BVB kommt nicht in die Erfolgsspur! Für Fans ist Trainer Favre schuld

Dortmund - Ernüchterung! Nach dem 2:0-Sieg in der Champions League bei Slavia Prag wurde Borussia Dortmund in der 1. Bundesliga wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Beim SC Freiburg kam der BVB trotz zweifacher Führung nur zu einem 2:2-Remis.

Ratlose Gesichter beim BVB: Wieder konnte die Mannschaft eine Führung nicht über die Zeit bringen.
Ratlose Gesichter beim BVB: Wieder konnte die Mannschaft eine Führung nicht über die Zeit bringen.  © Patrick Seeger/dpa

Kapitän Marco Reus sagte dazu: "Es ist sehr, sehr bitter." Denn es traten wieder die gewohnten Schwächen der Dortmunder zutage: Offensiv vergab man wieder einige Großchancen und im letzten Drittel fehlte oft das Tempo.

Das lag natürlich daran, dass die Schwarz-Gelben erneut auf einen Gegner trafen, der ihnen die Spielkontrolle überließ.

Der BVB suchte (zu) geduldig nach der Lücke oder dem entscheidenden Fehler des SCF. Doch Freiburg hielt defensiv klasse dagegen, attackierte den ballführenden Dortmunder Spieler aggressiv, spielte über Konter immer wieder mutig nach vorne und zeigte, warum man sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt hat.

Der BVB hatte mit der Spielweise der Breisgauer erneut erkennbare Probleme, obwohl viele Klubs bereits seit der vergangenen Rückrunde so oder ähnlich gegen die stark besetzten Borussen agieren.

Das sorgt mittlerweile auch bei den Dortmunder Fans für großen Unmut, weil dieses immer wiederkehrende Muster die Anhänger zur Verzweiflung treibt. Unter dem Ergebnispost der Schwarz-Gelben bei Facebook waren Kommentare zu lesen wie: "Gratulation zur nächsten nicht erbrachten Leistung!"

Oder: "Favre raus! Seine Zeit ist vorbei, Angsthase! Wie kann man in Freiburg Schmelzer bringen um den Sieg zu sichern (...)".

Auch: "Stillstand bzw. Rückentwicklung nach so hohen Investitionen in die Mannschaft. Bitte zieht eure Schlüsse und tauscht den Trainer", war dort zu lesen.

BVB-Trainer Lucien Favre fehlen taktisch variable Lösungen

BVB-Kapitän Marco Reus war nach dem erneuten Unentschieden sichtlich angefressen.
BVB-Kapitän Marco Reus war nach dem erneuten Unentschieden sichtlich angefressen.  © Patrick Seeger/dpa

Und gerade die Entlassung von Trainer Lucien Favre wird von vielen Anhängern vehement gefordert. Der Schweizer sieht sich heftigem Gegenwind ausgesetzt.

Der hat im Kern durchaus seine Berechtigung. Die Art und Weise ist allerdings überzogen. Klar ist: Favre schafft es bei Dortmund nicht, die Mannschaft taktisch variabel einzustellen, obwohl dank ihm das Wort "polyvalent" (vielseitig) in den deutschen Fußball-Sprachgebrauch aufgenommen wurde.

Nach dem Spiel in Freiburg sagte der Schweizer Coach zu den verschenkten Punkten: "Das ist ein echtes Problem momentan bei uns, das ist klar. Wir müssen wissen, dass wir bis zur letzten Sekunde spielen. Das ist schwer für uns zu akzeptieren."

Doch warum passiert das dem BVB so oft? "Es sind ein paar Sachen, taktisch, Antizipation. Viele Sachen, Details, die machen den Unterschied", so der Trainer.

Man hat tatsächlich das Gefühl, dass ihm und damit auch seinem Team gute Lösungen fehlen und im Spiel deshalb nicht so gut auf Änderungen des Gegners reagiert werden kann. Das geht nun schon seit knapp neun Monaten so und hat sich auch nach der großen Transferoffensive im Sommer nicht geändert.

Und als wäre all das noch nicht genug, wirkte die Abwehrreihe auch in Freiburg alles andere als sattelfest, was zu einer Vielzahl guter Gelegenheiten der Hausherren führte.

Lucien Favres Personalentscheidungen machen ihn angreifbar

Mats Hummels war nach dem 2:2 in Freiburg niedergeschlagen, doch vor allem BVB-Coach Lucien Favre (r., Archivbild) steht bei den Fans besonders in der Kritik.
Mats Hummels war nach dem 2:2 in Freiburg niedergeschlagen, doch vor allem BVB-Coach Lucien Favre (r., Archivbild) steht bei den Fans besonders in der Kritik.

Das ließ den Mut und das Selbstvertrauen der Gastgeber stetig anwachsen. So holte Dortmund seinen Kontrahenten selbst wieder in die Partie zurück und brauchte sich am Ende nicht zu wundern, dass unter dem Strich nur ein weiteres Unentschieden stand.

Auch mit seinen Personalentscheidungen macht sich Favre angreifbar. In Prag ließ er Mario Götze bis zur Nachspielzeit auf der Bank, obwohl der beim 2:2 gegen den SV Werder Bremen mit einem Kopfballtor und einer starken Darbietung Selbstvertrauen getankt hatte.

Gegen Freiburg saß nun Julian Brandt nach seinen zwei Vorlagen in Prag nur draußen, wurde allerdings für den frühzeitig verletzten Lukasz Piszczek wieder eingewechselt (16. Minute). Brandt sagte zu seiner andauernd wechselnden Rolle: "Es ist schwierig, klar. Wenn du viel auf der Bank gesessen hast, immer wieder Kurzeinsätze hast, dann spielst du 90 Minuten, dann sitzt du vielleicht wieder auf der Bank", verdeutlicht der deutsche Nationalspieler.

Brandt weiter: "Der Trainer macht nun mal seine Aufstellung, er wird schon seine Gründe haben, warum er das macht. Ich glaube, er ist ein schlauer Trainer", so der frühere Leverkusener, der zugab: "Ich habe mit ihm nicht darüber reden können".

Er ergänzte: "Ich stehe ja auch nicht über der Mannschaft, darum war das schon okay." Dennoch muss Favre nach der Länderspielpause langsam wieder Siege abliefern. Ansonsten wird nicht nur die Mentalitätsdebatte weitergehen, sondern auch die Trainerdiskussion Fahrt aufnehmen...

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