Nach BVB-Fan-Eklat: Hoffenheims Anwalt und Ex-TSG-Coach Gisdol fordern Konsequenzen

Sinsheim - Christoph Schickhardt hat als Anwalt von Dietmar Hopp und der TSG 1899 Hoffenheim, sowie der ehemalige TSG-Trainer Markus Gisdol, Konsequenzen aus den massiven Beleidigungen von Dortmunder Fans gegen den Mäzen gefordert.

Dieses unwürdige BVB-Fan-Plakat ist der Stein des Anstoßes.
Dieses unwürdige BVB-Fan-Plakat ist der Stein des Anstoßes.

"Bei solchen Vorkommnissen sollte ein Spiel in Zukunft gar nicht angepfiffen werden oder erst dann, wenn die Plakate entfernt wurden", sagte der Sportrechtsexperte aus Ludwigsburg dem "Kicker" (Montag). Dortmunder Fans hatten vor dem 1:1 am Samstag im Bundesliga-Spiel zwischen Hoffenheim und Borussia Dortmund ein großes Banner ausgerollt, welches das Konterfei von 1899-Mäzen Hopp hinter einem Fadenkreuz zeigte. (TAG24 berichtete)

Der Fall hat für viel Empörung bei Hoffenheim und Entschuldigungen von Seiten der Dortmunder Club-Führung gesorgt. Die BVB-Anhänger hatten das Banner mit der Aufschrift "Hasta la vista, Hopp" unmittelbar vor dem Anpfiff aus- und wenige Minuten später wieder eingerollt. Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover pfiff die Partie normal an.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat in seinen Regeln einen Drei-Stufen-Plan für Fälle von rassistischen und diskriminierenden Äußerungen, der auch in der Bundesliga gilt. Als erste Maßnahme bittet der Stadionsprecher darum, solche Aktionen zu unterlassen. Dies war in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena auch geschehen.

Weitere Stufen wären nach einer erneuten Ansage des Stadionsprechers eine Spielunterbrechung und ein Spielabbruch.

Ehemaliger TSG Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol (l.) stärkt seinem alten Weggefährten Dietmar Hopp (r.) den Rücken.
Ehemaliger TSG Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol (l.) stärkt seinem alten Weggefährten Dietmar Hopp (r.) den Rücken.  © DPA

Die Gäste-Anhänger protestierten mit ihren Aktionen gegen Hausverbote von Fans aus ihrem Lager und einen Strafantrag Hopps gegen mehr als 30 BVB-Fans. Zudem gab es weitere beleidigende Spruchbänder und Schmähgesänge gegen den 78-jährigen Hopp, der selbst im Stadion war. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke entschuldigte sich danach für den Eklat. Die TSG hat sich in einem offenen Brief gegen die Anfeindungen und Beleidigungen gewehrt.

Auch Ex-Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol hat sich zu den Vorkommnissen geäußert. Er fordert Profifußball auf, sich gegen Aktionen wie das Fadenkreuz-Plakat von Dortmunder Fans gegen Dietmar Hopp zu wehren. "Ich glaube, dass wir alle in unseren Business geschlossen dagegen vorgehen sollten", sagte der 49-Jährige am Sonntagabend in der SWR-Fernsehsendung "Sport im Dritten". "Wir sitzen da alle in einem Boot. Wir müssen alle deutlich Kante zeigen, damit Grenzen nicht überschritten werden."

Hopp habe ein unglaubliches soziales Engagement an den Tag gelegt, betonte Gisdol. Viele Fans von gegnerischen Mannschaften lehnen den Milliardär, ab, da er Hoffenheim von einem Dorfclub zum Bundesliga-Team gemacht hat. Gisdol, zuletzt Chefcoach des Hamburger SV, trainierte von 2013 bis 2015 die TSG.


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