BVB-Sportchef Zorc wütet nach Pokal-Pleite: "Lahmarschig, bequem und langweilig"!

Dortmund/Bremen - Damit war nicht zu rechnen! Borussia Dortmund ist durch die 2:3-Niederlage beim SV Werder Bremen zum dritten Mal in Folge im DFB-Pokal-Achtelfinale ausgeschieden. Als wäre das noch nicht genug, verletzte sich auch noch Marco Reus.

Erling Haaland erzielte zwar den 1:2-Anschlusstreffer für den BVB, ließ aber auch zwei Großchancen aus. An ihm lag es jedoch nicht, dass Dortmund ausschied.
Erling Haaland erzielte zwar den 1:2-Anschlusstreffer für den BVB, ließ aber auch zwei Großchancen aus. An ihm lag es jedoch nicht, dass Dortmund ausschied.  © dpa/David Hecker

Der BVB-Kapitän zog sich eine Muskelverletzung zu und wird seiner Mannschaft rund vier Wochen fehlen.

Diese beiden Sachen wären an sich schon schlimm genug. Dass die Niederlage dazu noch unnötig und vermeidbar war, macht es noch bitterer.

Das veranlasste auch Michael Zorc im "Kicker" zu deutlichen Worten: "Wir sind dafür bestraft worden, dass wir in der ersten Hälfte lahmarschig, bequem und langsam gespielt haben", schimpfte der BVB-Sportdirektor: "Wir haben nicht so gewirkt, als wüssten wir, worum es geht."

Dortmund zeigte sich nämlich überraschend schwach und leistete sich individuelle Aussetzer, betrieb (mal wieder) Chancenwucher, im ersten Abschnitt fehlte zudem die spielerische Linie und die Abwehr zeigte sich bei Bremer Kontern immer wieder anfällig. So verlor Achraf Hakimi etwa den Ball vor dem Tor zum 0:1 am eigenen Strafraum.

Immerhin merkte man in Hälfte zwei, dass ein Ruck durch das Team ging, das mit Haaland nun einen Fixpunkt im gegnerischen Sechzehner hatte. Doch selbst die treffsichere "norwegische Bestie", die ein Tor erzielte, menschelte und ließ zwei Riesen liegen. Man muss festhalten: Für höhere Ansprüche fehlt Dortmund ein zweiter Mittelstürmer. Denn als Haaland in Abschnitt eins auf der Bank saß, wirkte der BVB offensiv zahnlos.

Borussia Dortmund übt Selbstkritik: Zu "spät in den Zweikämpfen"

BVB-Kapitän Marco Reus wird seiner Mannschaft vier Wochen wegen einer Muskelverletzung fehlen.
BVB-Kapitän Marco Reus wird seiner Mannschaft vier Wochen wegen einer Muskelverletzung fehlen.  © dpa/David Hecker

Dazu kommt, dass die Borussia überhaupt nicht wie ein Spitzenteam auftrat, das in den letzten drei Spielen 15 Tore geschossen- und drei (klare) Siege gefeiert hatte.

Stattdessen war die Rollenverteilung vor allem im ersten Abschnitt verkehrt herum. Werder trumpfte auf und stürzte Dortmund mehrfach in Verlegenheit.

So war nicht nur die 2:0-Pausenführung verdient, sondern dank einer disziplinierten, leidenschaftlichen und kämpferisch vorbildlichen Leistung auch der 3:2-Sieg am Ende.

Das erkannte Coach Lucien Favre an, der meinte: "Wir waren immer spät in den Zweikämpfen." Julian Brandt fügte hinzu: "Es hat ein bisschen die Gierigkeit gefehlt, Tore schießen zu wollen."

Die Schwarz-Gelben hätten in dieser Partie Emre Can gut gebrauchen können. Der kam nach seiner Verpflichtung am 31. Januar erst in der 89. Minute in die Partie und konnte die Wende in einer nervenaufreibenden Schlussphase nicht mehr herbeiführen.

Am Wochenende, wenn es gegen seinen Ex-Klub Bayer 04 Leverkusen geht (Samstag, 18.30 Uhr), könnte er schon länger zum Einsatz kommen. Das Pokalspiel bewies: ein aggressiver Anführer wie er wird dem BVB-Spiel gut tun.

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