Spektakel! Werder Bremen kämpft den BVB nieder und zieht ins Pokal-Viertelfinale ein!

Bremen - Was für ein irrer Pokalfight! Der SV Werder Bremen hat Borussia Dortmund fast schon sensationell aus dem Wettbewerb geworfen und am Ende dank der besten Saisonleistung mit 3:2 (2:0) gegen den BVB gewonnen. Wie schon im letzten Jahr scheiterten die Schwarz-Gelben also am SVW.

Ein entscheidendes Duell vor dem 1:0 für Werder. Achraf Hakimi (l.) verlor gegen Marco Friedl den Ball, was kurz darauf zum Tor führte. Auch hier an der Seitenlinie bedrängt der SVW-Kicker den Dortmunder.
Ein entscheidendes Duell vor dem 1:0 für Werder. Achraf Hakimi (l.) verlor gegen Marco Friedl den Ball, was kurz darauf zum Tor führte. Auch hier an der Seitenlinie bedrängt der SVW-Kicker den Dortmunder.  © dpa/Carmen Jaspersen

Die Tore im ausverkauften Weserstadion vor 42.100 Zuschauern erzielten Davie Selke zum 1:0 für Bremen (16. Minute) und Leonardo Bittencourt zum 2:0 (30.). Erling Haaland verkürzte auf 1:2 (67.), doch Milot Rashica markierte nur wenig später das 3:1 für Werder (70.). Giovanni Reyna stellte den 2:3-Endstand her (78.).

BVB-Coach Lucien Favre wechselte seine Startelf nach dem 5:0-Kantersieg gegen den 1. FC Union Berlin in der 1. Bundesliga auf vier Positionen aus. Marwin Hitz, Dan-Axel Zagadou, Nico Schulz und Thorgan Hazard ersetzten Roman Bürki, Lukasz Piszczek, Haaland (alle Bank) und Raphael Guerreiro (muskuläre Probleme).

Werder-Trainer Florian Kohfeldt nahm nach der bitteren 1:2-Pleite beim FC Augsburg drei Veränderungen vor. Milos Veljkovic, Marco Friedl und Yuya Osako rückten für BVB-Leihgabe Ömer Toprak, Ex-Dortmund-Star Nuri Sahin (beide Bank) und Youngster Nick Woltemade (nicht im Kader) in die Anfangsformation.

Die Gäste legten gleich gut los, doch der aufmerksame SVW-Verteidiger Kevin Vogt klärte eine scharfe Flanke von Achraf Hakimi in letzter Sekunde vor dem lauernden Borussen-Kapitän Marco Reus (4.). Sonst hätte es wohl früh im Bremer Kasten geklingelt!

Doch auch Werder zeigte sich mutig und hatte durch Davy Klaassen den ersten Abschluss, den der Niederländer aber verzog (10.). Zuvor waren Selke und Maximilian Eggestein im Strafraum noch gerade so am Abschluss gehindert worden.

Davie Selke und Leonardo Bittencourt schießen den SV Werder Bremen gegen den BVB in Front

Betretene Mienen bei Julian Brandt (l.) und Mats Hummels: der BVB lag zur Pause mit 0:2 in Bremen hinten.
Betretene Mienen bei Julian Brandt (l.) und Mats Hummels: der BVB lag zur Pause mit 0:2 in Bremen hinten.  © dpa/David Hecker

Bremen merkte nun, dass hier etwas möglich war und spielte - gerade nach den letzten Wochen - erstaunlich gut weiter.

Als Friedl dann am gegnerischen Sechzehner einen Pass von Hakimi abfing, sprang der Ball zu Milot Rashica, der aus 18 Metern abzog, aber an BVB-Keeper Hitz scheiterte, der schnell genug in seine Torwartecke abgetaucht war.

Doch Selke war beim Abpraller zur Stelle und schoss ihn mit der linken Innenseite aus fünf Metern unter die Latte - und Werder führte überraschend mit 1:0 (16.)!

Dortmund zeigte sich jedoch nur kurz beeindruckt und hatte durch einen sehenswerten Fallrückzieher von Mats Hummels die nächste Chance, die Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka aber gekonnt entschärfte (24.).

Dann jedoch schlug der SVW erneut zu - und wie! Nach einer missglückten Klärungsaktion von Reus landete das Leder bei Bittencourt, der sich die Kugel zurechtlegte, aus 18 Metern abzog und traumhaft schön in den linken Winkel traf (30.). Nun lag Bremen fast schon sensationell mit 2:0 vorne!

Die Werder-Spieler zeigten in diesem denkwürdigen ersten Durchgang endlich mal, was in ihnen steckt. Die Heimfans veranlasste das dazu, sich von den Sitzen zu erheben und die starke Leistung ihres Teams zu feiern.

Wie gewohnt: Erling Haaland trifft für Borussia Dortmund

Da lebte die Hoffnung noch: Jadon Sancho (l.) und Julian Brandt klatschen sich nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Erling Haaland (nicht im Bild) ab.
Da lebte die Hoffnung noch: Jadon Sancho (l.) und Julian Brandt klatschen sich nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Erling Haaland (nicht im Bild) ab.  © dpa/David Hecker

Denn die Hausherren zeigten Leidenschaft, waren spielfreudig, diszipliniert und überraschend selbstbewusst, womit Dortmund mitunter große Probleme hatte.

So scheiterte Selke frei aufs Tor zulaufend kurz vor der Pause an Hitz und vergab die Vorentscheidung (44.).

Es blieb zur Halbzeit bei der verdienten Werder-Führung. Favre reagierte und brachte zum zweiten Abschnitt Haaland für den unauffälligen Hazard.

Nur drei Minuten später musste der fleißige Selke verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Joshua Sargent (49.).

Der BVB übernahm nun gezwungenermaßen verstärkt die Spielkontrolle, kam aber lange Zeit nicht entscheidend durch - bis zur 67. Minute.

Da schickte Jadon Sancho mit einem hervorragenden Pass in die Gasse Julian Brandt, der über Pavlenka in die Mitte lupfte, wo Haaland abstaubte und den 1:2-Anschlusstreffer erzielte.

Nur eine Minute später scheiterte der kurz zuvor eingewechselte BVB-Dribbler Reyna am herausstürzenden Pavlenka.

Giovanni Reyna erzielt sein erstes Profitor für den BVB, Milot Rashica netzt für Werder Bremen

SVW-Stürmer Davie Selke erzielte das wichtige 1:0 für Werder. Später musste er angeschlagen ausgewechselt werden.
SVW-Stürmer Davie Selke erzielte das wichtige 1:0 für Werder. Später musste er angeschlagen ausgewechselt werden.  © dpa/Carmen Jaspersen

Dann jedoch schlug wieder Bremen zu. Rashica erhöhte nach einem klasse Steckpass von Osako mit einem platzierten und wuchtigen Schuss aus 18 Metern in die linke Ecke zum 3:1 für Werder (70.)!

Wiederum nur wenig später hatte Dortmund die Großchance, um zu verkürzen: Haaland umdribbelte Pavlenka, schoss das Leder aber aus spitzem Winkel knapp vorbei (73.).

Doch die nächste Möglichkeit nutzte der BVB: Reyna ließ erst zwei Mann überragend aussteigen und schlenzte den Ball dann wunderschön aus 17 Metern zum 2:3 in den rechten Winkel - was für ein Traumtor des 17-Jährigen (78.)!

Nun ging das Spektakel in den letzten Akt. Dortmund warf alles nach vorne, Bremen verteidigte mit Mann und Maus. Reus vergab mal wieder einen Riesen, scheiterte aus neun Metern mit seinem unplatzierten Abschluss an Pavlenka (88.).

Der Werder-Keeper hielt in der Nachspielzeit auch noch einen Kopfball von Haaland mit einem überragenden Reflex (90+2.). Anschließend vergaben Hitz (90+4.) und Hummels letzte Gelegenheiten, weshalb es beim spektakulären 3:2-Sieg des SVW blieb, der damit im Viertelfinale steht.

Für Dortmund geht es nun am Samstagabend (18.30 Uhr) mit dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen weiter, während Bremen am selben Tag (15.30 Uhr) den 1. FC Union Berlin empfängt.

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