BVB legt nach klasse Auftritt gegen PSG vor: Warum der 2:1-Sieg zu knapp sein könnte

Dortmund - Was für eine starke Leistung von Borussia Dortmund im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals! Der BVB überraschte den FC Paris Saint-Germain mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung und demonstrierte darüber hinaus auch seine individuelle Klasse.

Neymar erwischte einen gebrauchten Tag und prallte oft an Emre Can ab - schoss aber das extrem wichtige Auswärtstor für PSG.
Neymar erwischte einen gebrauchten Tag und prallte oft an Emre Can ab - schoss aber das extrem wichtige Auswärtstor für PSG.  © dpa/Bernd Thissen

Gerade deshalb ist das Ergebnis (2:1) zu knapp. Denn selten war PSG so chancenlos, agierte so uninspiriert und behäbig, wie es am späten Dienstagabend der Fall war.

Das beste Beispiel dafür war Neymar, der früh von BVB-Kämpfer Emre Can gefoult wurde und auch sonst mehrfach am deutschen Nationalspieler abprallte.

Als der Superstar dann in der 74. Minute versuchte, einen ungenauen Ball von Kylian Mbappé zu erlaufen, jagte und stellte der Neuzugang von Juventus Turin ihn und gewann den Zweikampf so überragend lässig, dass die Dortmund-Fans ihren Neuzugang mit euphorischem Szenenapplaus bedachten.

Der peitschte die Fans an, die das Team daraufhin noch lauter anfeuerten, während Neymar ungläubig im Seitenaus stand und betreten wieder aufs Feld lief.

Dieser Zweikampf stand sinnbildlich für die Leistung beider Mannschaften. Doch genau aus diesem Grund ist das Ergebnis viel zu knapp ausgefallen.

Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Paris noch einmal so schlecht spielt - vor allem vor heimischer Kulisse. Im Gegenteil: diese relativ klare Unterlegenheit in Dortmund dürfte Trainer Thomas Tuchel und die Weltstars anstacheln, im Rückspiel ein ganz anderes Gesicht zu zeigen.

Dem FC Paris Saint-Germain reicht im Rückspiel ein 1:0 zum Weiterkommen

BVB-Kämpfer Emre Can (l.) ließ Neymar (Zweiter von links) in der 19. Minute über die Klinge springen und kam ohne Verwarnung von Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (r.) davon.
BVB-Kämpfer Emre Can (l.) ließ Neymar (Zweiter von links) in der 19. Minute über die Klinge springen und kam ohne Verwarnung von Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (r.) davon.  © dpa/Bernd Thissen

Das bittere Gegentor, das nur durch die individuelle Klasse von Mbappé und den unglücklichen Ausrutscher von Dan-Axel Zagadou im Vorhinein zustande kam, bewies zudem, dass der BVB auch an einem richtig guten Tag auf europäischem Top-Niveau defensiv anfällig ist.

Denn als Paris etwas mehr für die Offensive tat, hatte Mbappé einige Chancen und Neymar traf beim Stand von 2:1 für Dortmund den Außenpfosten (81. Minute).

Dabei hatten beide keinen guten Tag, wurden vom ganz starken Kapitän Lukasz Piszczek, Abwehrchef Mats Hummels, der seine Mitspieler immer wieder anfeuerte und auch Zagadou fast das komplette Spiel zur Wirkungslosigkeit verdammt.

Doch trotz aller spielerischer Überlegenheit und mehrerer weiterer guter Möglichkeiten gelang es Dortmund nicht, einen deutlicheren Sieg herauszuschießen.

Im Rückspiel reicht Paris also rein theoretisch ein 1:0-Erfolg zum Weiterkommen. Dass es so eine torarme Begegnung wird, ist allerdings kaum zu erwarten. Denn dafür sind die Offensivreihen beider Teams zu stark.

Dennoch wird es für die Borussia im Pariser Prinzenpark am 11. März (21 Uhr) ein Ritt auf der Rasierklinge. Ausgeschlossen ist der Einzug ins Viertelfinale nach der großartigen Leistung im Hinspiel nicht. Doch im Rückspiel wird PSG wohl seine ganze Offensivpower einsetzen. Die alles entscheidende Frage ist nun, ob es den Schwarz-Gelben erneut gelingt, die Weltklasse-Akteure in Zuschauerrollen zu drängen.

Erling Haaland (r.) war der Matchwinner und stellte mit seinen beiden Toren sogar Neymar und Kylian Mbappé in den Schatten.
Erling Haaland (r.) war der Matchwinner und stellte mit seinen beiden Toren sogar Neymar und Kylian Mbappé in den Schatten.  © dpa/Bernd Thissen

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