"Lieber zu spät kommen als hetzen": BVG legt sich mit AfD-Politiker an

Berlin - Wer sich im Netz mit der BVG anlegt, muss häufig mit einer frechen Antwort rechnen. Das Twitter-Team der Berliner Verkehrsbetriebe ist für seine spitze Zunge bekannt und teilt auch gern mal gegen Prominente und Politiker aus. Das bekam erneut AfD-Politiker Gunnar Lindemann (48) zu spüren.

Gunnar Lindemann fand den Tweet der BVG überhaupt nicht lustig.
Gunnar Lindemann fand den Tweet der BVG überhaupt nicht lustig.  © DPA

"Lieber zu spät kommen als hetzen", lautete kürzlich der Tipp an den 48-Jährigen. Der hatte zuvor seinen Followern mitgeteilt, dass er mit dem ÖPNV auf dem Weg ins Abgeordnetenhaus sei, worauf ihm ein Parteikollege antwortete: "Nicht dass Du wieder zu spät kommst".

Lindemann fand den BVG-Tweet gar nicht lustig und beschwerte sich bei Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratschefin Ramona Pop (40), er werde "öffentlich und völlig zusammenhanglos der Hetze bezichtigt".

Nun antwortete die Grünen-Politikerin darauf. Durch den Verlauf der Twitterdiskussion sei erkennbar, dass der fragliche Satz "offenkundig als Gesundheitshinweis" gemeint war, so Pop.

"Übergroße Eile, große Hast und das Gefühl von Getriebensein kann zu Stress führen", erläuterte sie fachkundig. "Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts ein."

Das Social-Media-Team der BVG setze sich durchaus frech, ironisch oder spitz mit Personen des öffentlichen Lebens auseinander, auch mit Politikern. Dabei sei aber keine "parteipolitische Fokussierung" zu erkennen, so Pop. "Andererseits unterstützt der Senat die BVG im Bestreben, für die humanistischen Werte der BVG weiterhin einzustehen und diese auch im Kontext der Sozialen Netze zu kommunizieren."

Es ist nicht das erste Mal, dass Lindemann und das Twitter-Team der BVG aneinander geraten. Schon im vergangenen Jahr konterte die BVG die Tweets des AfD-Politikers. Auch damals bedankte er sich für die Fahrt ins Berliner Abgeordnetenhaus. Die Antwort der Berliner Verkehrsbetriebe: "Gern geschehen. Viele Grüße von Tarek, dem Fahrer."

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