So kompliziert ist die Suche nach neuen BVG-Kontrolleuren

Bisher konnte man fast ungestraft sich über die hinteren Türen in den Bus schleichen. (Symbolbild)
Bisher konnte man fast ungestraft sich über die hinteren Türen in den Bus schleichen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Berlin - Um Schwarzfahrern verstärkt den Kampf anzusagen, sucht die BVG neue Kontrolleure. Aber nicht irgendwelche x-beliebigen, die Rede ist von Superman höchstpersönlich.

Wirft man einen Blick auf das neue Anforderungsprofil der gesuchten BVG-Kontrolleure, so könnten Bewerber es zunächst für einen Witz halten. Falsch gedacht!

Wie die B.Z. berichtet, sollen die neuen Mitarbeiter schwarze Schuhe tragen, keine Tattoos und die Fähigkeit zur Deeskalation besitzen und im Idealfall einen ganzen Bus ziehen können, sprich mit körperlicher Robustheit glänzen.

Ab November kommen neue Bus-Kontrolleure zum Einsatz. Damit dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, suchen die Berliner Verkehrsbetriebe per Ausschreibung eine geeignete Firma, die die Fahrscheine überprüft und Sünder in flagranti erwischt.

Wer kein Ticket besitzt, muss 60 Euro zahlen. (Symbolbild)
Wer kein Ticket besitzt, muss 60 Euro zahlen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Leider oder zum Glück für den Schwarzfahrer gibt es diese speziellen Anforderungen ans äußere Erscheinungsbild.

Ob Einheitsbrei in Sachen Kontrolle wirklich effektiv ist? Keine erkennbaren Tattoos, Piercings oder Brandings und vorwiegend dunkles, festes Schuhwerk wird definitiv eine lösbare Aufgabe werden - nicht für die Kontrolleure, sondern für die Ticket-Muffel.

An sieben Tagen in der Woche im Zeitraum von 12.00 bis 21.00 Uhr werden die Kontrollen auf "hochfrequentierten Linien" durchgeführt. Ebenso wird es dann auch Schwerpunkt-Kontrollen geben, an denen bis zu 20 Mitarbeiter beteiligt sein werden.

"Die Anforderungen an den Dienstleister sind dieselben, die wir an unsere Kontrolleure in den U-Bahnen stellen", so BVG-Sprecherin Petra Reetz. Laufen allerdings die Kontrollen nicht im Sinne der BVG, bekommt auch Superman ein saftiges Knöllchen.

Verstöße und entsprechende Bußgelder für Fehlverhalten sind im Straf-Katalog ("Service-Level-Agreement") festgehalten. Unter anderem drohen dem Kontrolleur 100 Euro Strafe, wenn er keine Ahnung von Tarifen hat oder einen Namensschwindel nicht erkennt.


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