BVG-Kracher: Jahresticket soll zukünftig nur noch 365 Euro kosten!

Berlin - Diese Meldung erfreut alle BVG-Kunden! Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will die Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe drastisch reduzieren und zukünftig für 365 Euro anbieten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will die Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe drastisch reduzieren.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will die Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe drastisch reduzieren.  © DPA

Die Idee schwirrt schon länger im SPD-Kosmos. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister warb Müller für Preissenkungen im öffentlichen Nahverkehr. Nun will er nach Worten Taten sprechen lassen und sogenannte das "Wiener Modell" einführen.

Im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" offenbart er: "Tatsächlich habe ich mich von diesem 365-Euro-Jahresticket in Wien anstecken lassen."

Müller schwebt vor: "Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können."

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Umgerechnet würde ein Erwachsener künftig nur noch einen Euro pro Tag für das Jahresticket zahlen. Derzeit zahlen erwachsene Jahres-Abonnenten für die Tarifbereiche ABC 961 Euro.

In Wien wird das Jahresticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr seit 2012 für 365 Euro angeboten. Seit Einführung verdoppelte sich die Zahl der Jahresabo-Besitzer.

Das BVG-Jahresticket soll künftig nur noch 365 Euro kosten.
Das BVG-Jahresticket soll künftig nur noch 365 Euro kosten.  © DPA

Die Opposition der CDU sieht Müllers Pläne eher skeptisch, wie Oliver Friederici, verkehrspolitische Sprecher, in einer Mitteilung erklärt.

"Wir finden das Wiener Modell interessant. Allerdings ist Berlins Nahverkehr unterfinanziert, daher wird jeder Euro gebraucht. So lange im Entwurf des neuen Doppelhaushalts keine zusätzlichen Gelder für die BVG dafür vorgesehen sind, muss sich Berlins Regierender Bürgermeister fragen lassen, ob er die Berliner wirklich entlasten oder doch nur Sommertheater spielen will."

Zum BVG-Vorhaben des Bürgermeisters ist zu erwähnen, dass das Land Berlin die zukünftig höheren Kosten auffangen muss.

Das heißt: Die erheblich kleineren Einnahmen der BVG, die höheren Kosten für Fahrzeuge und Personal müsste durch die Politik beglichen werden.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Diskussionen im Berliner Abgeordnetenhaus bezüglich der BVG-Debatte entwickeln. Fest steht: Ab August können sich Auszubildende der Hauptstadt schon am verfrühten "Wiener Modell" erfreuen, denn ab Monatsbeginn fahren sie schon für 365 Euro pro Jahr, das Schülerticket erhalten Kinder dann sogar gratis.

Titelfoto: DPA

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