BVG-Kunden rasten wegen überfüllten U-Bahnen aus: "Zustände wie bei der Love-Parade!"

Berlin - Wer die Tage nach dem Streik mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, wurde mit erheblichen Problemen konfrontiert. Völlig überfüllte Bahnen, kunterbunte Schmierereien - Kunden der BVG mussten starke Nerven zeigen. Auch ich, TAG24-Redakteur aus Berlin, erlebte haarsträubende Fahrten.

Fast jede zehnte Berliner U-Bahn wurde beschmiert. (Symbolbild aus Januar 2019)
Fast jede zehnte Berliner U-Bahn wurde beschmiert. (Symbolbild aus Januar 2019)  © 123RF (Symbolbild)

Als ich gestern meinen täglichen Arbeitsweg antrat, bemerkte ich die ungewöhnlichen Folgen des BVG-Streiks recht schnell.

Vom U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz gestartet, wollte ich in die U6 steigen.

Am Gleis der erste Schock - neun Minuten Wartezeit (für Berliner Verhältnisse ziemlich lang) und gefühlt 7000 wartende Passagiere.

Da die erste Bahn nicht nach neun, sondern nach 14 Minuten völlig überfüllt eintraf, musste ich sie leider passieren lassen.

Während meiner Wartezeit las ich auf meinem Smartphone Nachrichten und stieß zufällig auf die passende Erklärung, warum die Bahnen der BVG so verspätet fuhren.

Während des Streiks wurde fast jede zehnte U-Bahn in Berlin voll gesprüht! In Zahlen macht das ganze 140 beschmutzte Fahrzeuge, die nicht in den geplanten Verkehr eingebunden werden konnten. (TAG24 berichtete)

Der öffentliche Verkehr leidet noch unter den Folgen des Streiks. (Bildmontage)
Der öffentliche Verkehr leidet noch unter den Folgen des Streiks. (Bildmontage)  © DPA

Immer wieder dröhnten Ansagen durch den U-Bahnhof, die wartende Kunden immer mehr auf die Palme brachten.

Ein Ehepaar, das neben mir stand, eskalierte quasi mit jeder vergangenen Sekunde mehr.

Als dann endlich nach 21 Minuten Wartezeit die nächste Bahn einfuhr, konnten sich die wartenden Menschen von dem Vandalismus des Streik-Tages überzeugen lassen.

Der Wagon, in den ich später einstieg, war mit buntesten Schriftzügen bekleistert. Na klar, Kunst, aber auch verboten. Egal.

Da die Scheiben ebenfalls mit Farbe beschmiert waren, konnte ich die Personenanzahl in der Bahn nicht abschätzen.

Die Türen gingen auf und ich erhoffte mir, dass viele Personen aussteigen würden. Dies war nicht der Fall.

Mit vollem Schwung wurde ich schließlich vom kürzlich erwähnten Ehepaar in die völlig überfüllte Bahn gedrängt. Ich hätte mich gern gewehrt, jedoch ließ die Bewegungsfreiheit zu wünschen übrig. Das Paar unterhielt sich während der Fahrt lautstark. Sie regten sich über die BVG auf. Als ich mich noch innerlich über einige Äußerungen aufrege, fiel auf einmal der Satz: "In der U-Bahn herrschen Zustände wie auf der Love-Parade in Duisburg!" Leichtes Gelächter brach aus.

Gott sei Dank musste ich anschließend aussteigen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Rückfahrt und der nächste Tag ähnlich abliefen. Letztlich sorgten die überfüllten Bahnen für verärgerte Kunden. Dabei kann die BVG nichts für Vandalismus und auch nicht für pöbelnde Pärchen, die mir auf den Sack gingen.

Titelfoto: DPA

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