Verkehrschaos droht: Erneuter BVG-Streik trifft Berlin und sorgt für Kritik

Berlin - Am Montag werden die Berliner mal wieder auf eine Geduldsprobe gestellt. Weil beim Tarifkonflikt keine Einigung erzielt werden konnte, rief die Gewerkschaft Verdi für Montag zu einem erneuten Warnstreik auf (TAG24 berichtete). Es ist bereits der dritte, doch diesmal trifft er die Berliner besonders hart.

"Wir sind die BVG" steht bei einer Kundgebung zum Streik von Arbeitnehmer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport vor der BVG Zentrale auf einem Plakat.
"Wir sind die BVG" steht bei einer Kundgebung zum Streik von Arbeitnehmer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport vor der BVG Zentrale auf einem Plakat.

Anders als die beiden zuvor, wird der Warnstreik den ganzen Tag andauern. Damit dürften weder U-Bahnen noch Straßenbahnen sowie nur wenige Busse fahren. Auch die Linienbusse von und zum Flughafen Tegel werden wohl entfallen; zuletzt hatte der Flughafen stattdessen einige private Busse pendeln lassen.

Immerhin ist die S-Bahn nicht betroffen, wird aber entsprechend voll werden. Auch die Regionalzüge werden planmäßig fahren. Pendler aus dem Umland kommen also mit der Bahn in die Stadt, müssen auf den letzten Metern aber möglicherweise improvisieren.

"Leider profitieren längst nicht alle Beschäftigten von den Erhöhungsschritten, die die Arbeitgeber beabsichtigten", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt. Eine Spaltung der Belegschaft lehne die Gewerkschaft ab. "Im bundesweiten Vergleich liegen die Einkommen bei der BVG am Ende der Tabellen", fügte Arndt hinzu.

Zum mittlerweile dritten Mal wird gestreikt.
Zum mittlerweile dritten Mal wird gestreikt.  © DPA

So brauchen die Berliner wieder eine Menge Geduld. Auch, weil die BVG aus Sicht des Fahrgastverbands Igeb nicht ausreichend auf Streiks vorbereitet ist. "Wir brauchen endlich für solche Fälle einen verbindlichen Notfahrplan, insbesondere für den abgehängten Stadtrand", teilte der Vizevorsitzende Jens Wieseke mit.

Die Interessengemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin (Igeb), verlangt gesetzliche Vorgaben, damit in solchen Fällen Notfahrpläne garantiert sind, etwa für Fahrten zu Flughäfen, wichtigen S-Bahnhöfen und Krankenhäusern.

Der CDU-Politiker Oliver Friederici forderte, dass eine überparteiliche Instanz den Tarifkonflikt schlichte. "Die Verhandler haben sich in der Tat verhakt", erklärte der Verkehrspolitiker auf 105,5 Spreeradio. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) als Aufsichtsratschefin müsse sich darum kümmern.

Auch der FDP-Politiker Florian Swyter forderte, schnell eine Lösung zu finden. "Die Verkehrssituation in der Hauptstadt ist auch ohne Streiks genug belastet."

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