Häftling soll "Allahu Akbar" gerufen haben: Messer-Attacke auf Wächter

Caen - Ein radikalisierter Häftling hat in Frankreich zwei Gefängnisaufseher mit einem Messer verletzt und sich anschließend stundenlang in der Haftanstalt verschanzt.

Im Gefängnis von Conde-sur-Sarthe gab es einen Messerangriff durch einen inhaftierten Islamisten. Regierungsmitglieder sprechen von einem Terroranschlag. (Symbolbild)
Im Gefängnis von Conde-sur-Sarthe gab es einen Messerangriff durch einen inhaftierten Islamisten. Regierungsmitglieder sprechen von einem Terroranschlag. (Symbolbild)  © 123rf.com/Boris Sosnovyy

Am Dienstagabend nahmen Elitekräfte der Polizei den Mann und seine Lebensgefährtin fest, wie Frankreichs Innenminister Christophe Castaner auf Twitter mitteilte. Die Frau starb bei dem Einsatz, berichtet der Sender Franceinfo unter Berufung auf den Antiterrorstaatsanwalt Rémy Heitz.

Den Angaben zufolge wollte der Häftling mit seiner Tat den Tod des Straßburger Attentäters Chérif Chekatt rächen, er soll "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben. Bei dem Attentat in der Elsass-Metropole waren im Dezember fünf Menschen getötet worden (TAG24 berichtete), zwei Tage später wurde der polizeibekannte islamistische Extremist Chekatt bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet sprach bei einer Pressekonferenz von einer terroristisch motivierten Tat. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Nach Angaben des Pariser Justizministeriums hatte sich der Gefangene am Dienstagmorgen mit seiner Lebensgefährtin in einem speziellen Familienbereich des Gefängnisses in Condé-sur-Sarthe aufgehalten und dort die Aufseher mit einem Keramikmesser attackiert. Die beiden verletzten Aufseher schweben demnach nicht in Lebensgefahr.

Der Angreifer sitze eine 30-jährige Haftstrafe unter anderem wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge und Terror-Verherrlichung ab.

Proteste an französischen Gefängnissen

Christophe Castaner, Innenminister von Frankreich, informierte via Twitter über den Ausgang des Angriffs.
Christophe Castaner, Innenminister von Frankreich, informierte via Twitter über den Ausgang des Angriffs.  © Christoph Schmidt/dpa

Nach der Messerattacke auf die beiden Gefängnisaufseher haben Wächter an vielen französischen Haftanstalten aus Protest die Arbeit niedergelegt.

Ein Mitarbeiter der Gewerkschaft Force Ouvrière sagte am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur, Gefängnismitarbeiter blockierten die Ein- und Ausgänge von mehr als 40 Hafteinrichtungen und behinderten so die Arbeit.

Die nationale Gefängnisverwaltung sprach von 18 blockierten Anstalten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Mit dem Protest wolle man mehr Sicherheit für Gefängnisaufseher durchsetzen, hieß es von der Gewerkschaft. Beispielsweise fordere man schon seit langem stichsichere Westen für das Personal.

"Die Regierung ist taub für unsere Forderungen."

Titelfoto: 123rf.com/Boris Sosnovyy/Igor Stevanovic

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