Canaletto-Blick gefährdet? Hochhausstreit geht in die nächste Runde

Dresden - Verschandelt der geplante Ausbau des Hochhauses am Pirnaischen Platz unsere schöne Stadtsilhouette?

Mit ihrer Visualisierung zeigen die Stadtbild-Wächter wie das beleuchtete Hochhaus nach Sanierung im Stadtbild wirken könnte.
Mit ihrer Visualisierung zeigen die Stadtbild-Wächter wie das beleuchtete Hochhaus nach Sanierung im Stadtbild wirken könnte.  © Eric Münch

Das befürchtet die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden (GHND). Die Stadtbild-Wächter fordern, dass bestimmte Bereiche für die Riesen tabu bleiben.

Ein Kranz von rund einem Dutzend Hochhäusern um die Innenstadt - das sah der Generalbebauungsplan von 1967 vor. "Zum Glück wurde das so nicht umgesetzt", sagt GHND-Chef Torsten Kulke (52).

"Es hätte die einzigartige Dresdner Silhouette zerstört, ein Alleinstellungsmerkmal von universellem Wert!" Nur vier Riesen wurden gebaut, darunter das Hochhaus am Pirnaischen Platz.

Nach dessen anstehender Sanierung wird der 14-Geschosser durch einen Dachausbau aber noch weiter in die Höhe gewachsen sein, befürchtet Kulke: "Das beleuchtete Hochhaus hätte gravierende Auswirkungen auf den Canaletto-Blick". So etwas dürfe nicht genehmigt werden, fordert er.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) widerspricht: "Das Hochhaus wird nicht höher, bleibt im Bestand." Der entsprechende Bauantrag kann aber noch nicht genehmigt werden, da noch ein Brandschutz-Prüfbericht fehlt.

Wächter Kulke mit Blick auf neun weitere Hochhaus-Projekte in Dresden: "Die Altstadt mit den angrenzenden Bereichen sollte generell tabu bleiben."

Chef Torsten Kulke (52).
Chef Torsten Kulke (52).  © Eric Münch
Das Hochhaus am Pirnaischen Platz soll saniert und ausgebaut werden. Die Baugenehmigung steht aber noch aus.
Das Hochhaus am Pirnaischen Platz soll saniert und ausgebaut werden. Die Baugenehmigung steht aber noch aus.  © Norbert Neumann

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