An Halter von Kaninchen und Meerschweinchen: Tierheim schlägt Alarm!

Marburg - Meerschweinchen mit wunden Pfoten und massiven Geschwüren, Kaninchen mit extremen Zahnfehlstellungen, viel zu langen Krallen und verletzten Pfötchen – das Tierheim Cappel im hessischen Marburg musste die vergangenen Monate so einiges mitansehen.

Kaninchen und Meerschweinchen gelten fälschlicherweise als Einsteiger-Tiere (Symbolfoto).
Kaninchen und Meerschweinchen gelten fälschlicherweise als Einsteiger-Tiere (Symbolfoto).  © 123RF/Elena Levitina

Nun meldeten sich die Tierschützer über ihrer Facebook-Seite mit einem mahnenden Beitrag zu Wort. Zu furchtbar war der Anblick der vernachlässigten Tiere.

"Bei wohl keinen anderen Tierarten erleben wir – wie sicherlich die meisten anderen Tierheime – solch eklatanten Vernachlässigungen, die einfach durch pure Ignoranz und Desinteresse am Wohl der Tiere entstehen", so das Tierheim in dem entsprechenden Beitrag.

Allein in den letzten Monaten sahen sich die Tierschützer mit zahlreichen Gräueltaten konfrontiert. So wurden etwa immer wieder Meerschweinchen und Kaninchen mit schweren Krankheiten wie Geschwüren, wunden Pfoten oder auch Erkrankungen ausgesetzt. Ein Kaninchen wurde sogar über Wochen alleine in einer Wohnung zurückgelassen!

Doch auch Tiere, die gerade ihre Geschlechtsreife erreicht hatten, wurden einfach kurzerhand ausgesetzt, wohl um nicht die Kastration bezahlen zu müssen.

Kaninchen und Meerschweinchen leiden stumm

Die Nager brauchen viel Aufmerksamkeit (Symbolfoto).
Die Nager brauchen viel Aufmerksamkeit (Symbolfoto).  © 123RF/pandpstock001

Dass es den Tieren nicht gut geht, bekommen die Halter meistens nicht mit. "Kaninchen und Meerschweinchen leiden stumm. Sie zeigen Schmerzen und Probleme erst sehr spät. Sie nehmen stark ab oder aufgrund von Fehlfütterung oder Tumoren massiv zu, ohne dass ihre Halter es merken", macht das Tierheim Cappel weiter aufmerksam.

Während Katzen und Hunde etwa durch Unsauberkeit oder aggressivem, gar apathischem Verhalten ihre Herrchen und Frauchen auf fehlerhafte Haltung aufmerksam machen können, verhalten sich Meerschweinchen und Kaninchen auf den ersten Blick weiterhin normal.

Oftmals wird den Nagern auch nicht genug Aufmerksamkeit gezollt, da sie als "Spielzeug" oder "Kuscheltier" für das eigene Kind herhalten und bei Bedarf schnell "entsorgt" werden können.

Bei Meerschweinchen und Kaninchen handelt es sich allerdings keineswegs um Einsteiger-Haustiere. Sie brauchen "spezielles Futter, Bewegung, Platz, Beschäftigung, Rückzugsbereiche, Sozialkontakte, ein hygienisches Umfeld, tierärztliche Versorgung und gewissenhafte Pflege. Ihre Krallen, ihre Zähne, ihr Fell, das Gewicht, all das muss regelmäßig kontrolliert werden!", ermahnen die Tierschützer weiter.

Die Haltung von Kleintieren kostet anders als die meisten vermuten viel Arbeit und Mühe, aber vor allem eines: Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere.

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