Nach Kritik: Darum ist "Captain Marvel" doch ein richtig starker Film!

Deutschland - Er spaltet das Publikum! "Captain Marvel", der 21. Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU), überragt zwar finanziell mit 455 Millionen US-Dollar Einnahmen, überzeugt aber längst nicht jeden Zuschauer.

Yon-Rogg (Jude Law) und Carol Danvers alias Captain Marvel (Brie Larson) trainieren für den Ernstfall.
Yon-Rogg (Jude Law) und Carol Danvers alias Captain Marvel (Brie Larson) trainieren für den Ernstfall.  © PR/Marvel

Im Gegenteil. Auf der renommierten US-Seite Metacritic hat das Werk lediglich einen Durchschnittswert von 3.3 von 10 möglichen Punkten!

Auch bei Rotten Tomatoes steht der Film mit 58 Prozent vergleichsweise mäßig dar.

Während die meisten Kritiker "Captain Marvel" mochten, aber oft wegen vermeintlicher dramaturgischer Schwächen nur als solide ansehen, gehen die Meinungen beim Publikum in Deutschland weiter auseinander.

So kommentiert Antje Kunig auf der Facebook-Seite von Moviepilot: "Captain Marvel" sei "für die Mülltonne".

Matthias Fon vertritt hingegen eine andere Meinung: "Fand den Film MEGA! War einer der besten Marvel-Filme, meiner Meinung nach".

Letzterem Kommentar kann man sich nur anschließen.

Denn "Captain Marvel" ist einer der besten Filme des MCU, weil er eine tiefschürfende Geschichte mit starken Schauspielern um Brie Larson und Samuel L. Jackson, klugen Wendungen, intelligenten Dialogen, einer nachvollziehbaren Suche nach der eigenen Identität und Menschlichkeit verbindet.

Ein großer Kritikpunkt: Samuel L. Jackson, der wieder S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury spielt, wurde digital verjüngt, was nicht allen gefallen hat.
Ein großer Kritikpunkt: Samuel L. Jackson, der wieder S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury spielt, wurde digital verjüngt, was nicht allen gefallen hat.  © PR/Marvel

Es geht um Carol Danvers alias Captain Marvel (Brie Larson), die auf dem außerirdischen Planeten Hala erwacht. Dort regieren mit den Kree große Krieger.

"Vers" ist eine von ihnen. Sie bekämpfen die bösen Skrulls. Doch "Vers" wird immer wieder von Flashbacks und Erinnerungslücken aus dem Konzept gebracht.

Deshalb ist sie auf der Suche nach der eigenen Identität und entdeckt nach und nach ihre herausragenden Superkräfte und eine große Verschwörung...

Bei dieser Geschichte trifft das Werk der Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck den richtigen Ton und bringt Humor nur an passenden Stellen an, weshalb es gleich mehrere große Lacher gibt - vor allem für Katzenfreunde!

Gerade das ist nicht allen Marvel-Filmen gelungen, weil das große Studio offensichtlich nicht von der Erfolgsformel abweichen wollte - ob sie nun zur Geschichte passte oder nicht!

Bestes Beispiel: Der von der Thematik her düstere "Avengers 3: Infinity War". Um ihn nicht zu hoffnungslos werden zu lassen, wurde er immer wieder durch Gags aufgelockert - was aber nicht immer die richtige Entscheidung war.

Captain Marvel (Brie Larson) hat gewaltige Superkräfte.
Captain Marvel (Brie Larson) hat gewaltige Superkräfte.

Dennoch war der dritte "Avengers"-Film richtig gut, er hätte nur noch besser sein können, wenn man sich für einen düstereren Tonfall entschieden hätte!

"Captain Marvel" gehört auch deshalb zu den besten Blockbustern der letzten Zeit, weil er spürbar ein Herz und eine Seele hat, dazu auch Liebe zum Detail zeigt.

Über die bombastischen Spezialeffekte und die Ausstattung auf Weltklasse-Format müssen ohnehin nicht viele Sätze verloren werden, diese sind wie immer auf höchstem Niveau.

Eine Ausnahme: Wann im Film die echte Katze zu sehen ist und wann sie animiert ist, erkennt das geschulte Auge auf den ersten Blick.

Dafür sind auch die Kameraführung, die abwechslungsreichen Locations, die treibende Musikuntermalung und der fesselnde Schnitt klasse.

Größere Schwächen hat "Captain Marvel" nicht. Stattdessen gelingt es ihm nicht nur durch seine erste Abspannszene, die Vorfreude auf "Avengers 4: Endgame", der bereits am 28. April in den deutschen Kinos anläuft, noch zu verstärken.

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