Carolabrücke wird breiter: Dieser Trick macht es möglich

Dresden - Endlich mal ein Straßenbauprojekt, an dem weder Auto- noch Radfahrer etwas zu meckern haben werden. Wenn der - in Blickrichtung Neustadt rechte - Brückenzug der Carolabrücke in einem Jahr fertig saniert sein wird, haben Radfahrer und Fußgänger dort nämlich mehr Platz - ohne dass dafür eine Fahrspur geopfert werden muss.

Die Sanierung des rechten Brückenzuges dauert noch bis Ende 2020.
Die Sanierung des rechten Brückenzuges dauert noch bis Ende 2020.  © Petra Hornig

Möglich machen das neue Baustoffe, die an der TU Dresden entwickelt wurden.

Man habe lange diskutiert, wie man den Rad- und Fußverkehr verbessern könnte, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) bei einem Vor-Ort-Termin.

Den Geh- und Radweg im Zuge der Sanierung einfach breiter zu machen, funktioniere aufgrund der Brückenkonstruktion nicht.

Dann sei man auf die Idee gekommen, Carbonbeton einzusetzen, der an der TU erforscht wird. Dabei wird Carbon statt Stahl als Bewehrung im Beton verwendet.

Das Ergebnis ist leichter und flexibler als Stahlbeton und ermöglicht eine Verbreiterung der sogenannten Brückenkappen.

Das sind die nicht befahrenen Ränder der Brücke, die die tragende Brückenkonstruktion schützen. Der Geh- und Radweg kann damit von derzeit 3,60 Meter auf 4,25 Meter verbreitert werden.

Neben Carbonbeton wird auch Basaltbeton verwendet

Abteilungsleiter Andreas Gruner demonstriert, wie flexibel die Bewehrung aus Basalt ist.
Abteilungsleiter Andreas Gruner demonstriert, wie flexibel die Bewehrung aus Basalt ist.  © Petra Hornig

Es ist das erste Mal, dass Carbonbeton im Großbrückenbau angewendet wird. Man wolle innovative Ideen aus der Uni in die Praxis überführen, sagte Bauamtsleiter Robert Franke (42).

Deshalb wird nicht nur Carbon ausprobiert, sondern noch eine zweite nichtmetallische Bewehrung - Basalt. Das Gestein werde aufgeschmolzen und neu in Form gezogen, erklärte Abteilungsleiter Andreas Gruner (35).

Danach erhält es eine Ummantelung aus Kunststoff. Mit dem Basaltbeton wird eine Hälfte der Brückenkappe gebaut, mit Carbonbeton die andere.

Die Arbeiten am Brückenzug A dauern noch bis Ende nächsten Jahres. Parallel laufen bereits die Planungen für B (Richtung Altstadt) und C (Straßenbahn sowie Geh- und Radweg).

Doch bis dahin dürfte es noch dauern: "Brückenzug C wird nicht vor 2023 gebaut", sagt Franke.

Autofalle in Hellerau wird entschärft

Ulrike Caspary (52, Grüne, l.) und Anja Apel (59, Linke) setzen sich seit Jahren für den Umbau der Kreuzung ein. Der soll die Situation für Fußgänger und Autofahrer verbessern.
Ulrike Caspary (52, Grüne, l.) und Anja Apel (59, Linke) setzen sich seit Jahren für den Umbau der Kreuzung ein. Der soll die Situation für Fußgänger und Autofahrer verbessern.  © Steffen Füssel

Zu groß, zu unübersichtlich und weder für Autofahrer noch für kleine Kinder geeignet. So kritisieren Eltern und Anwohner die Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße/Am Hellerrand in Hellerau seit Jahren.

Jetzt wird die Stelle, an der regelmäßig Autos im Gleisbett landen und Grundschüler eine extrem breite Straße überqueren müssen, endlich entschärft. Darüber informierten nun die Stadträtinnen Ulrike Caspary (52, Grüne) und Anja Apel (59, Linke).

Gemeinsam haben sie bereits im Jahr 2016 einen Antrag eingebracht und die Stadt mit einer Umplanung beauftragt.

Nun habe die Stadtverwaltung geantwortet, dass die Planungen im ersten Quartal 2020 fertig sein und im Herbst umgesetzt werden sollen, sagt Caspary.

Diese sehen unter anderem vor, dass die Gehwege am Hellerrand vorgezogen werden, wodurch Fußgänger eine kürzere Strecke überqueren müssen und von Autofahrern besser gesehen werden.

Damit wird der Schulweg zur 84. Grundschule sicherer. "Ich bin sehr froh, dass nicht weiter auf den ganz großen Umbau dieser Kreuzung gewartet wird und eine kleine, aber wirksame Variante gewählt wird, welche mit etwa 70.000 Euro nicht so teuer ist", sagt Apel.

Der Opel-Fahrer vom März dieses Jahres ist nicht der Einzige, der hier schon ins Gleisbett der Straßenbahn gefahren ist.
Der Opel-Fahrer vom März dieses Jahres ist nicht der Einzige, der hier schon ins Gleisbett der Straßenbahn gefahren ist.  © Roland Halkasch

Titelfoto: Petra Hornig

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