So schlecht ist die Kino-Komödie "Career Day mit Hindernissen" geworden

Berlin - Was für ein Reinfall! Das Regie-Debüt der bekannten Schauspielerin Judy Greer (Jurassic World, Two and a Half Men, Ant-Man and the Wasp) versucht verzweifelt, witzig zu sein - was überhaupt nicht gelingen mag. Im Gegenteil.

Die beiden Highschool-Lehrer (Rob Riggle) und (Allison Janney) finden auf dem Schulhof eine Leiche und sind mit dieser Situation völlig überfordert.
Die beiden Highschool-Lehrer (Rob Riggle) und (Allison Janney) finden auf dem Schulhof eine Leiche und sind mit dieser Situation völlig überfordert.  © PR/Kinostar Filmverleih

Der Film ist anstrengend und ähnlich schlecht wie der deutsch-englische Titel (im Original: A Happening of Monumental Proportions) geraten.

Zu Beginn finden zwei Lehrer (Rob Riggle und Allison Janney) auf dem Schulhof ihrer Highschool die Leiche eines Gärtners.

Da der "Career Day" ansteht, suchen die Lehrer händeringend einen Ausweg aus ihrer vertrackten Lage.

Die junge Schülerin Patricia (Storm Reid) ahnt davon nichts, als sie ihrem neuen Klassenkameraden Darius (Marcus Eckert) aus der Patsche hilft, der sich deshalb in sie verliebt und ihr das unbedarft klarzumachen versucht. Am selben Morgen hatte ihn seine letzte Kumpel-Freundin bereits verlassen und auch seine Tagesmutter sich einen neuen Job gesucht.

Die Väter der beiden, Daniel Crawford (Common) und dessen neuer Boss Arthur Schneedy (Bradley Whitford), haben ebenfalls ihre Probleme, da auf der Arbeit des Buchhalters die Kaffeemaschine sabotiert wurde. Daniels Assistentin Nadine (Jennifer Garner) schwärzt ihn beim Chef an, weil ihr Mann Bob (Keanu Reeves) die Affäre von ihr und Daniel herausbekam. Die Folge: Arthur entlässt Daniel!

Die beiden Sanitäter (Nat Faxon, vorne, und Katie Holmes, hinten) werden zu Hilfe gerufen.
Die beiden Sanitäter (Nat Faxon, vorne, und Katie Holmes, hinten) werden zu Hilfe gerufen.  © PR/Kinostar Filmverleih

Wie man schon anhand der Beschreibung dieser drei chaotischen Handlungsstränge feststellen kann, ist der Film heillos überfrachtet.

Es gibt viel zu viele Protagonisten, die (viel zu kurz) auftreten. Dieser Eindruck wird zusätzlich dadurch verstärkt, weil der Film gerade mal 82 Minuten lang ist.

Deshalb haben die Zuschauer mit Ausnahme der beiden Kinder und stellenweise auch mit dem depressiven Lehrer Christian McRow (Anders Holm) keine Figuren, die auch nur ansatzweise Tiefe haben und nicht komplett austauschbar sind, weil sie so schablonenhaft daherkommen.

Als wäre das noch nicht genug, sind viele andere Figuren so unlustig, dass es einem fast schon körperlich wehtut.

Denn man schämt sich gerade in den ersten 45 Minuten so sehr fremd und fragt sich immer wieder fassungslos, wie so viele nachgewiesen geniale Komödianten auf einem Haufen versammelt sein konnten und dabei nicht merkten, dass sie sich gerade um Kopf und Kragen spielen.

Schließlich kommt die Situationskomik, die sie verzweifelt zu erschaffen versuchen, einfach nicht zustande, weil das Timing fehlt, das schlechte Drehbuch vom Debütanten Gary Lundy keine witzigen Dialoge enthält und auch der wirre Schnitt dem Film mehr schadet, als ihn in Gang zu bringen.

Daniel Crawford (Common, r.) und seine Tochter Patricia (Storm Reid, l.) zählen noch zu den sympathischeren Figuren des Films.
Daniel Crawford (Common, r.) und seine Tochter Patricia (Storm Reid, l.) zählen noch zu den sympathischeren Figuren des Films.  © PR/Kinostar Filmverleih

Deshalb verpuffen nahezu alle Gags im Nichts.

Das ist im negativen Sinne eine Überraschung. Schließlich haben viele der Schauspieler ihre Klasse bereits in anderen starken Filmen unter Beweis gestellt.

So einen kreativlosen, oberflächlichen, mitunter strohdummen und daher auch ärgerlichen Film haben bisher nur wenige in ihrer Filmografie stehen.

Immerhin - und das soll zur Ehrenrettung von "Career Day mit Hindernissen" erwähnt werden - gibt es auch einige gelungene Einzelszenen.

Leider gibt es solche Sequenzen erst kurz vor dem Ende und damit viel zu spät, um die "Komödie" vor dem filmischen Untergang zu retten.

Man kann nicht mal sagen, dass "Career Day mit Hindernissen" eine Komödie von der Stange wäre. Denn das wäre für jede durchschnittliche Komödie eine Beleidigung. Das Werk von Judy Greer ist unlustig, überfrachtet und unausgewogen. Um diesen Film sollte man einen weiten Bogen machen.

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