Schwere Vorwürfe: Haben Caritas-Erzieherinnen Jugendliche missbraucht?

Fritzlar - Es sind schreckliche Vorwürfe, die zurzeit die Jugendhilfe-Einrichtung der Caritas in Fritzlar überschattet. Ein anonymer Hinweisgeber beschuldigt zwei der Erzieherinnen des sexuellen Missbrauchs gegenüber minderjährigen Bewohnern des Hauses. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Zwei Mitarbeiterinnen der Caritas-Jugendhilfe sollen Minderjährige sexuell missbraucht haben (Symbolbild).
Zwei Mitarbeiterinnen der Caritas-Jugendhilfe sollen Minderjährige sexuell missbraucht haben (Symbolbild).  © DPA/Christophe Gateau/123RF

Laut Informationen der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen wurden gleich zwei anonyme Schreiben versandt. Eine davon erreichte das Haus Carl Sonnenschein direkt und besagt, dass eine der Mitarbeiterinnen einen nicht namentlich genannten Minderjährigen sexuell belästigt habe. Auch von einer Berührung im Genitalbereich sei die Rede, wie auch der Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese, Ansgar Erb gegenüber dem HNA erklärte.

Ein zweites Schreiben desselben Tippgebers ging an das Jugendamt im Schwalm-Eder-Kreis und belastet eine weitere Mitarbeiterin. Sie soll sogar eine seit Längerem laufende Liebesbeziehung zu einem 16-jährigen, mittlerweile ehemaligen, Bewohner der Einrichtung. Sein Wechsel in eine andere Einrichtung sei jedoch nicht durch die seit etwa zwei Wochen bekannten Vorwürfe zustande gekommen sein.

Aufgrund der schwerwiegenden Vorwürfe hat der Caritasverband zunächst Anzeige erstattet. Zudem wurden die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub umgehend suspendiert. Weiterhin wurden ordnungsgemäß die Missbrauchsbeauftragte des Bistums, das Jugendamt des Landkreises sowie das Landesjugendamt über den Fall in Kenntnis gesetzt.

Zwar hoffen Erb sowie alle Kollegen darauf, dass sich die schrecklichen Vorwürfe nicht bewahrheiten, dennoch werden die belastenden Hinweise ernst genommen. Laut dem Caritas-Vorstand gelte vorerst die Unschuldsvermutung. Auch die anderen Mitarbeiter zeigten sich aufgrund der Vorfälle erschüttert. So gebe es laut Erb für sie und die Bewohner entsprechende Gesprächseinrichtungen.

Sollten sich die schlimmen Anschuldigungen als Wahrheit herauskristallisieren, wäre die Entlassung der beiden Erzieherinnen unumgänglich und nur ein erster Schritt im weiteren Prozess der Geschehnisse.

Titelfoto: DPA/Christophe Gateau/123RF


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