Sea-Watch-Kapitänin Rackete soll im EU-Parlament berichten

Celle/Brüssel - Die deutsche Kapitänin Carola Rackete soll im Oktober im EU-Parlament über die Seenotrettung im Mittelmeer berichten.

Carola Rackete wird im Europarlament erwartet.
Carola Rackete wird im Europarlament erwartet.  © Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA/AP/dpa

Rackete werde am 3. Oktober vor dem Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres sprechen, teilte die Linksfraktion am Mittwoch mit.

Ein Sprecher des Europaparlaments bestätigte, dass die Linksfraktion Rackete für die Anhörung zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer als Rednerin vorgeschlagen habe.

Zwar könne eine Mehrheit der Ausschussmitglieder die Anhörung noch verhindern, das sei aber trotz der Auseinandersetzung mit der italienischen Regierung nicht zu erwarten.

Die 31-Jährige, die in Hambühren im Landkreis Celle aufwuchs, war Ende Juni international bekannt geworden, als sie mit dem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" ohne Erlaubnis der italienischen Regierung im Hafen von Lampedusa angelegt hatte.

Die "Sea-Watch 3" hatte mit Dutzenden aus Seenot geretteten Menschen an Bord zuvor tagelang auf eine Genehmigung gewartet und nach Angaben Racketes kaum noch Vorräte an Bord gehabt.

Bei der Einfahrt in den Hafen hatte sie ein Schiff der italienischen Finanzpolizei gestreift. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte Rackete daraufhin unter anderem als kriminell und die "Seawatch 3" als Piratenschiff bezeichnet.

Die 31-Jährige wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt, dann aber wieder freigelassen.

Abgeordnete stehen im Europarlament. (Archivbild)
Abgeordnete stehen im Europarlament. (Archivbild)  © dpa/Marijan Murat

Titelfoto: Montage: dpa/Marijan Murat, Pasquale Claudio Monta

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