Carolin Kebekus über Karneval: "Alles, was die AfD scheiße findet, das machen wir"

Köln – Comedian Carolin Kebekus (39) ist Karneval heilig. Im Gespräch mit der dpa verriet die Kölnerin, wie sie die fünfte Jahreszeit am liebsten feiert.

Carolin Kebekus (39) bei einer Karnevalsveranstaltung am 10. Februar in Köln.
Carolin Kebekus (39) bei einer Karnevalsveranstaltung am 10. Februar in Köln.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Carolin Kebekus, die noch immer ein bisschen aussieht wie ein Mädchen, aber auf der Bühne die vulgärsten Zoten reißt, eben diese Carolin Kebekus hat ein sehr intimes Verhältnis zum Karneval.

Köln ist in weiten Teilen weder schick noch trendig. Genau aus dieser Art von Köln kommt Carolin Kebekus. Geboren wurde sie in Bergisch Gladbach, aufgewachsen ist sie in Brück und in Ostheim. Das sind die letzten Stücke Köln vor Bergisch Gladbach.

Carolin Kebekus liebt diese Gegend. Noch immer geht sie an Karneval zum Brücker Zug. Mit einem Bollerwagen voller Brötchen, Frikadellen, Waffeln und einem Fässchen.

Einmal durfte sie sogar auf einem Karnevalswagen mitfahren. Vor einem Altenheim saßen die Senioren in ihren Rollstühlen aufgereiht, ausgestattet mit Decken gegen die Kälte und Schellen für den Spaß. Aus einem griechischen Restaurant an der Zugstrecke wurden ihnen warme Speisen nach oben in den Wagen gereicht. "Das war das Größte."

Nach der Party wird die Wohnung renoviert

Carolin Kebekus feiert Karneval immer nur rein privat mit Freunden und Familie.
Carolin Kebekus feiert Karneval immer nur rein privat mit Freunden und Familie.  © Rolf Vennenbernd/dpa

An den tollen Tagen selbst ist sie übrigens immer nur rein privat unterwegs. Das ist ihr heilig.

"Bei mir in der Familie und im Freundeskreis, da ist Karneval wie Weihnachten. Wenn ich da an Weiberfastnacht fehlen würde, würden die sagen: "Ey, was ist denn bei dir los? Du hast einen Lebenswandel, der gefällt uns gar nicht."

An Weiberfastnacht geht sie auf eine Party. Veranstaltet von einem privaten Karnevalsverein. "Da sind alle meine Freunde drin und deren Eltern. Wir sind in der Wohnung einer Freundin in der Südstadt, die wird danach jedes Mal renoviert. Wir sammeln dann Geld dafür."

An Karneval kann sie sehr sentimental werden. "Es gibt ja dieses Phänomen, dass in der Kneipe "In unserem Veedel" gespielt wird, und plötzlich fängt man an zu heulen.

Diese Session ist für mich sowieso extrem emotional, weil mein Kollege Olaf Bürger gestorben ist, der diese Sitzung mit begründet hat. Der saß immer da, wo ich eben gesessen hab'."

Karneval ist bunt und voller Lebensfreude

Der oberste Jeckenpräsident in Köln ist Beerdigungsunternehmer. Karneval geht tief, davon sieht man nichts im Fernsehen.

"Was wir hier machen, ist ja total lebensbejahend. Alles, was die AfD scheiße findet, das machen wir. Wir haben eine schwule Cheerleadergruppe, wir haben Türken, die hier auftreten und besser Kölsch sprechen als ich. Das ist Leben. Lebensfreude."

Karneval, tja, man kann's wie gesagt nicht beschreiben. "Hast du unsere Sitzung schon mal gesehen? Nein? Dann bleib einfach da. Dann wirst du es nämlich spüren: Hier hängt so viel Liebe im Raum, dass du dir davon noch was eintuppern kannst."

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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