Verstörende Schriften aufgetaucht! Wie rechts tickt Sachsen-Bischof Rentzing?

Dresden - Am Freitagnachmittag trat der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (52) zurück - angeblich, weil er Mitglied der schlagenden Studentenverbindung "Alte Prager Landsmannschaft Hercynia" ist. Doch wie sich jetzt herausstellt, war das offenbar nur die halbe Wahrheit.

Von Anfang an umstritten: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (52) wurde 2015 erst im sechsten Wahlgang und mit nur einer Stimme Mehrheit gewählt.
Von Anfang an umstritten: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (52) wurde 2015 erst im sechsten Wahlgang und mit nur einer Stimme Mehrheit gewählt.  © epd-bild / Matthias Rietschel

Was Rentzing verschwieg: Er hatte zwischen 1989 und 1992 als Redakteur der rechten Zeitschrift "Fragmente - das konservative Kulturmagazin" Texte verfasst, in denen er seine Verachtung für Demokratie zum Ausdruck bringt und ein völkisches Staatsverständnis vertritt.

Auszüge: "Dass ein Staat, in dem Feigheit vor Tapferkeit, Selbstverwirklichung vor Freiheit, Leben vor Ehre gilt, dem Untergang geweiht ist, dürfte kaum bezweifelt werden." Oder: "Die neuzeitliche Frage nach den Menschenrechten ist unprotestantisch."

Kirchen-Sprecher Matthias Oelke (60) erklärte am Samstag: "Die Kirchenleitung hat den Rücktritt mit Respekt zur Kenntnis genommen. Eine Bewertung seiner verfassten Schriften steht noch aus."

Rentzing war in einer Petition von kirchlichen Amtsträgern aus dem Raum Leipzig aufgefordert worden, sich von "nationalen, antidemokratischen und menschenfeindlichen Ideologien" zu distanzieren (über 800 Unterzeichner). Statt Abbitte zu leisten, verteidigte er seine Mitgliedschaft in der Studentenverbindung.

Spätestens bei einem Sondertermin am 21. Oktober will sich die Kirchenleitung mit dem Rücktritt befassen. Oelke: "Derzeit befindet sich Rentzing in einem schon länger geplanten Herbsturlaub."

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