"Cats" überzeugt nicht! Schwache Musical-Verfilmung langweilt auf der großen Leinwand

Deutschland - Langweilige Musical-Verfilmung! "Cats" reißt trotz unzähliger Stars nicht mit und langweilt in der deutschen Fassung über weite Strecken.

Auch Jason Derulo tritt auf. Er spielt Rum Tum Tugger.
Auch Jason Derulo tritt auf. Er spielt Rum Tum Tugger.  © PR/Universal Pictures International France

Wer sich nicht mit der Welt von "Cats" auskennt, wird lange Zeit erstmal viele Fragezeichen über dem Kopf haben.

Denn es treten unzählige Figuren auf, die allesamt äußerst gewöhnungsbedürftig aussehen. Im Mittelpunkt steht Victoria (Francesca Hayward), die von Menschen auf den Müll geschmissen- und somit ausgesetzt wird.

Dort wird sie von den Jellicle-Katzen gefunden, befreit und neugierig beäugt. Nach und nach lernt sie den gefallenen Star Grizabella (Jennifer Hudson), den immer hungrigen Bustopher Jones (James Corden), Old Deuteronomy (Judi Dench) und viele weitere der im "The Egyptian" ansässigen Katzen kennen.

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Und zwar durch Songs. "Oscar"-Preisträger Tom Hooper ("The King's Speech", "Les Misérables", "The Danish Girl") setzt nahezu ausschließlich auf die Musik. Dialoge gibt es daher im gesamten Film fast keine - was bei einem 110 Minuten langen Werk definitiv kein Pluspunkt ist.

Denn bis auf die meisterlichen Songs "Memory" und "Mr. Mistofelees" sind die Lieder nicht eingängig, sondern Standardware ohne mitreißenden Rhythmus. Das liegt selbstverständlich auch an der deutschen Fassung.

Das Kostümdesign von "Cats" ist ein Schwachpunkt

Die Old Deuteronomy (Judi Dench) führt die Jellicle-Katzen mit viel Weisheit an.
Die Old Deuteronomy (Judi Dench) führt die Jellicle-Katzen mit viel Weisheit an.  © PR/Universal Pictures International France

Gerade die mit übertrieben brüchiger Stimme gesungenen Songs von Old Deuteronomy und Gus The Theatre Cat (Ian McKellen) sind hier als Schwachpunkte zu nennen - so gut die Botschaften auch sind, die die Lieder enthalten.

Die oft fehlende Lippensynchronität kostet zusätzlich Atmosphäre. Deshalb verwandelt sich das anfängliche Interesse schnell in Langeweile, die bis auf wenige Einzelszenen nicht mehr durchbrochen wird.

Das liegt auch am Figuren- und Kostümdesign, das merkwürdig unpassend ist und mit seinem unrunden Bewegungsablauf immer wieder von den guten Choreografien ablenkt und deshalb stört.

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Denn die Fellkostüme und die Schauspieler, die darin stecken, ergeben keine fließende Einheit. Das erkennbar am Computer bearbeitete Haarkleid sorgt auch aufgrund der Proportionen immer wieder für Irritationen.

Das alles ist sehr schade, denn die gute Kameraführung, die farbenfrohe Inszenierung, die vermittelten Werte um Zusammenhalt, Spaß, Freundschaft und zweite Chancen sind an sich ein guter Ansatz.

Die Umsetzung ist allerdings weniger gelungen, zumal sich auch am Ende kein substanzielles Bild der Charaktere ergibt. So können auch einige gute, menschliche und humorvolle Momente den Film nicht retten.

Victoria (l., Francesca Hayward) und Bombalurina (Taylor Swift) haben ebenfalls ihre Auftritte.
Victoria (l., Francesca Hayward) und Bombalurina (Taylor Swift) haben ebenfalls ihre Auftritte.  © PR/Universal Pictures International France

Titelfoto: PR/Universal Pictures International France

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