AKK ist die neue Parteichefin der CDU

Hamburg - Annegret Kramp-Karrenbauer (56) heißt die neue Parteichefin der CDU!

Annegret Kramp-Karrenbauer (56) ist die neue Parteichefin der CDU.
Annegret Kramp-Karrenbauer (56) ist die neue Parteichefin der CDU.  © DPA

Sie wurde am Freitagnachmittag auf dem Parteitag in Hamburg zur neuen Vorsitzenden gewählt und folgt damit auf Angela Merkel (64).

Diese hatte das Amt nach 18 Jahren abgegeben, will aber bis 2021 als Bundeskanzlerin amtieren.

TAG24 bleibt dran.

Update 17.01 Uhr

Sie erhielt 517 Stimmen, 500 wären notwendig gewesen. Merz bekam 482 Stimmen.

Der dritte Bewerber, Gesundheitsminister Jens Spahn (38), war bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden. Er erreichte nur 157 Stimmen (15,72%), während AKK auf 450 kam (45,05%) und Merz 392 Delegierte für sich gewinnen konnte (39,24%). Dadurch wurde eine Stichwahl notwendig.

Insgesamt hatten 999 Delegierte ihre Stimmen abgegeben. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gab es tosenden Beifall und Standing Ovations für die neue Parteichefin.

In ihrer ersten Stellungnahme sagte AKK: "Ich nehme die Wahl an und bedanke mich herzlich für Ihr Vertrauen."

Update 17.18 Uhr

Sie dankte auch ihren Mitbewerbern Merz und Spahn, sprach von einem fairen Wettbewerb, "den wir uns geliefert haben".

Als der unterlegene Kandidat Merz ans Mikro trat, bekam auch er tosenden Applaus, sogar die neue Vorsitzende stand für ihn auf und klatschte. Merz beglückwünschte sie zu ihrer Wahl: "Ich wünsche Dir viel Erfolg und Gottes Segen."

Er bedankte sich für eine "spannende Zeit" und bat alle, die ihn unterstützt hatten, die ganze Kraft und volle Unterstützung der neuen Parteichefin zu geben.

AKK dankte auch ihren Mitbewerbern Merz und Spahn, sprach von einem fairen Wettbewerb, "den wir uns geliefert haben".
AKK dankte auch ihren Mitbewerbern Merz und Spahn, sprach von einem fairen Wettbewerb, "den wir uns geliefert haben".  © DPA

Update 17.21 Uhr

Noch-CSU-Chef Horst Seehofer (69) setzte seine erste Nachricht unter seinem Account als CSU-Vorsitzender auf Twitter ab.
Noch-CSU-Chef Horst Seehofer (69) setzte seine erste Nachricht unter seinem Account als CSU-Vorsitzender auf Twitter ab.  © DPA

SPD-Chefin Andrea Nahles (48) bot AKK eine gute Zusammenarbeit zur Fortsetzung der großen Koalition angeboten. "Sie treten in große Fußstapfen", schrieb Nahles nach dem knappen Sieg gegen den in der SPD sehr kritisch gesehenen früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz. "Ich biete Ihnen gute Zusammenarbeit an", betonte Nahles.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner (39) freut sich auf einen "fairen Wettbewerb und gute Zusammenarbeit" mit AKK. "Eine Mehrheit des Parteitags sprach sich für eine andere Strategie aus", twitterte Lindner am Freitag mit Blick auf den ersten Wahlgang, in dem Kramp-Karrenbauers Mitbewerber Jens Spahn und Friedrich Merz zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen erhielten. Dann habe der Parteitag "aber eher Kontinuität gewählt". Lindner gratulierte Kramp-Karrenbauer und schrieb: "Es ist nun die Aufgabe, die @CDU zu einen."

Noch-CSU-Chef Horst Seehofer (69) äußerte sich so: "Meine herzlichen Glückwünsche zur Wahl zur neuen Vorsitzenden der CDU. Viel Glück und Erfolg im neuen Amt! Auf gute Zusammenarbeit mit der CSU!", schrieb Seehofer auf Twitter. Es war seine erste Nachricht unter seinem Account als CSU-Vorsitzender.

Nach der Wahl zur neuen Parteichefin holte AKK ihre Mitbewerber Merz (re.) und Spahn nochmal auf die Bühne. Sie seien für ihre Kandidatur wie eine "Rockband" durch Deutschland getourt.
Nach der Wahl zur neuen Parteichefin holte AKK ihre Mitbewerber Merz (re.) und Spahn nochmal auf die Bühne. Sie seien für ihre Kandidatur wie eine "Rockband" durch Deutschland getourt.  © DPA

Update 17.40 Uhr

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht (49) reagiert kritisch auf die Wahl von AKK. Es sei gut, dass die Partei nicht "Blackrock-Merz" gewählt habe, aber "Merkel 2.0" sei auch keine Lösung, twitterte Wagenknecht. Mit Kramp-Karrenbauer gehe die Politik der bisherigen CDU-Chefin Angela Merkel weiter.

Ähnlich äußerte sich Linken-Parteichef Bernd Riexinger (63): "Politisch ändert sich erstmal nichts", schrieb er bei Twitter. Eine knappe Mehrheit beim CDU-Parteitag habe sich für "weiteres Durchwursteln à la #Merkel" entschieden.

Update 18.29 Uhr

Alice Weidel (AfD): "Kramp-Karrenbauer bedeutet: Weiter so!"
Alice Weidel (AfD): "Kramp-Karrenbauer bedeutet: Weiter so!"  © DPA

Die AfD kritisiert die Wahl von AKK als Bestätigung des Kurses von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert.

"Kramp-Karrenbauer bedeutet: Weiter so! Sie ist Merkel 2.0", erklärte AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel (39). "Mit ihr wird sich der Linkskurs der CDU fortsetzen und damit haben auch die letzten konservativen Christdemokraten ihren Kampf verloren und in der Union keine politische Heimat mehr."

Als von Merkel eingesetzte Generalsekretärin sei Kramp-Karrenbauer bereits die offensichtliche Wunschnachfolgerin der Kanzlerin gewesen, argumentierte Weidel.

AfD-Parteichef Alexander Gauland (77) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag), die neue CDU-Chefin sei "die Fortsetzung von Merkel mit anderen Mitteln".

"Sie hat die Flüchtlingspolitik mitgetragen und wird sie nicht korrigieren."

Angela Merkel (64) führte die CDU 18 Jahre, bekam nach ihrer Abschiedsrede knapp 10 Minuten tosenden Applaus und kämpfte mit den Tränen.
Angela Merkel (64) führte die CDU 18 Jahre, bekam nach ihrer Abschiedsrede knapp 10 Minuten tosenden Applaus und kämpfte mit den Tränen.  © DPA

Merkel hatte ihre Parteifreunde in ihrer letzten Rede als Vorsitzende zur Geschlossenheit aufgerufen. Sie sagte, die CDU könne auch in Zeiten von Polarisierung und AfD gute Ergebnisse erringen, "wenn wir geschlossen und entschlossen kämpfen".

Sie sagte: "Wohin uns nicht enden wollender Streit führt, dass haben CDU und CSU in den letzten Jahren bitter erfahren."

Merkel, die nach mehr als 18 Jahren an der CDU-Spitze nicht mehr für den Vorsitz antreten wollte, wurde von den 1001 Delegierten mit knapp zehn Minuten Applaus verabschiedet. Viele hielten Schilder mit der Aufschrift "Danke, Chefin" hoch.

Sie hatte Ende Oktober nach Kritik und Wahlschlappen in Bayern und Hessen ihren Rückzug von der CDU-Spitze erklärt. Den Parteitag nutzte sie auch für eine Blick zurück. Sie sagte, die CDU habe nach der Parteispendenaffäre unter Bundeskanzler Helmut Kohl nicht klein beigegeben, sondern "wir haben es allen gezeigt".

Sie betonte, die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 sei richtig gewesen, und verteidigte ihre Entscheidung von 2015, Flüchtlinge von der sogenannten Balkanroute in Deutschland aufzunehmen.

Es war das erste Mal seit 1971, dass die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten entscheiden konnten. Angela Merkel hatte diesen Wettbewerb begrüßt: "Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht." Sie wird weiter Kanzlerin bleiben.


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