Wieder eine Absage: Findet die CDU keinen Bürgermeister-Kandidaten?

Hamburg - Für die Bürgerschaftswahl 2020 sucht die Hamburger CDU nach einem Herausforderer von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Nach bereits zwei Absagen gibt es nun eine weitere.

André Trepoll ist CDU-Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft.
André Trepoll ist CDU-Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft.  © dpa/Georg Wendt

CDU-Fraktionschef André Trepoll will nicht als Bürgermeister-Kandidat bei der Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr antreten.

Aus familiären und politischen Gründen verzichtet der 41-Jährige auf eine Spitzenkandidatur.

"Meine Frau ist auch berufstätig, und wir führen eine moderne Ehe. Das heißt, wir organisieren das Familienleben gemeinsam. Eine Spitzenkandidatur würde für uns als Familie enorme Einschränkungen mit sich bringen", sagte der zweifache Vater in einem Interview des Hamburger Abendblatts.

Der zweite Grund sei politisch: "Es war immer klar, dass es meine Aufgabe ist, die CDU in Hamburg wieder zur streitbaren und gestalterischen Kraft zu entwickeln. Das war keine einfache Herausforderung bei einem so übermächtigen Gegenpart wie Olaf Scholz."

"Da liegt es ein wenig in der Natur der Sache, dass man als Oppositionsführer nicht immer nur in die persönliche Sympathiekasse einzahlt."

Das Rathaus Hamburg ist anlässlich des Jubiläums mit dem Lichter-Schriftzug "Von allen für alle - 100 Jahre Uni Hamburg" geschmückt.
Das Rathaus Hamburg ist anlässlich des Jubiläums mit dem Lichter-Schriftzug "Von allen für alle - 100 Jahre Uni Hamburg" geschmückt.  © dpa/Christian Charisius

Bei der Kandidatensuche sei es für Parteichef Roland Heintze und ihn naheliegend gewesen, potenzielle Kandidaten nicht direkt in der Hamburger Tagespolitik zu suchen.

Ganz leicht sei ihm die Entscheidung zum Verzicht aber nicht gefallen, gab Trepoll zu: "Der Abwägungsprozess hat ein bisschen länger gedauert, das stimmt schon."

Nach der Entscheidung Trepolls gilt nun der Altonaer Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg als wahrscheinlicher Bürgermeisterkandidat.

Der frühere CDU-Landesvorsitzende sitzt seit 2005 im Bundestag, seit 2014 als familienpolitischer Sprecher der Union.

Die ursprüngliche Wunschkandidatin, die türkischstämmige frühere niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan, hatte im Oktober krankheitsbedingt abgesagt (TAG24 berichtete).

Auch der als Kandidat gehandelte Ex-Justiz- und Kultur-Staatsrat Nikolas Hill sagte krankheitsbedingt ab (TAG24 berichtete).


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