Nach Köln: CDU-Politiker fordert Einsatz von Schusswaffen

Seine Kolumne veröffentlichte der Politiker am Wochenende im "Wolfenbütteler Schaufenster".
Seine Kolumne veröffentlichte der Politiker am Wochenende im "Wolfenbütteler Schaufenster".

Hannover - Ein Politiker sorgt für großes Entsetzen: Der Fraktions-Vize der CDU im Niedersächsischen Landtag, Frank Oesterhelweg (54), fordert nach den sexuellen Übergriffen in Köln den Einsatz von "Knüppeln, Wasserwerfern oder Waffen".

Mit einem Beitrag für das lokale Anzeigenblatt "Wolfenbütteler Schaufenster" hat der CDU-Landtagsabgeordnete für Diskussionen gesorgt. Dort forderte Oesterhelweg, die Polizei müsse solche "Horden" mit allen Mitteln stoppen.

Oesterhelweg wörtlich: "Wenn bedrängte Menschen panisch um Hilfe rufen, dann darf nicht diskutiert, dann muss gehandelt werden – unverzüglich, hart und entschlossen!" Und weiter: "Diese Verbrecher haben keine Toleranz verdient, sie müssen von der Polizei gestoppt werden - notfalls mit Gewalt, und, ja, Sie lesen richtig, auch mit Schusswaffen."

Die Bild-Zeitung sprach mit dem Poltiker nach der Veröffentlichung, traf ihn im Landtag. Doch der CDU-Mann bleibt dabei: "Ein bewaffneter Polizist hat die Pflicht, einer verzweifelten Frau zu helfen. Man muss sich notfalls mit Gewalt den Weg zu den Opfern bahnen – mit Knüppeln, Wasserwerfern oder Waffen."

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilff, reagierte auf BILD-Nachfrage entsetzt, lehnt diesen Vorschlag vehement ab: "Was wäre denn gewesen, wenn die Polizisten in Köln mit Knüppeln und Waffen vorgegangen wären?"

Auch aus dem Landtag hagelt es Kritik. "In Wildwest-Manier wird hier der rechte Rand bedient", so Michael Hans Höntsch (SPD). Belit Onay (Grüne) findet Oesterhelwegs Forderungen "schockierend und unverantwortlich".

Der Fraktions-Vize der CDU im niedersächsischen Landtag, Frank Oesterhelweg (54).
Der Fraktions-Vize der CDU im niedersächsischen Landtag, Frank Oesterhelweg (54).

Fotos: dpa (1) Screenshot Wolfenbütteler Schaufenster (1)


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