Hartz-IV-Empfänger verprasst 200.000 Euro in Kneipe

Emden - Wer ein Erbe von 200.000 Euro binnen zwei Jahren in der Kneipe verprasst, hat nach Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen danach keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

Der Mann verprasste sein Erbe in der Kneipe. (Symbolbild)
Der Mann verprasste sein Erbe in der Kneipe. (Symbolbild)  © 123RF

Ein solches Ausgabeverhalten sei grob fahrlässig und in hohem Maße zu missbilligen, befand das Gericht in Celle in einem am Montag veröffentlichten Urteil.

Da der Kläger eine Erwerbstätigkeit nicht beabsichtigte, hätte ihm klar sein müssen, dass er mit seinem sozialwidrigen Verhalten in kurzer Zeit wieder auf staatliche Leistungen angewiesen sein würde.

Der 51-jährige Hartz-IV-Empfänger aus Emden hatte nach dem Tod seines Onkels 2011 Immobilien im Wert von 120.000 Euro sowie Geld- und Wertpapiervermögen von 80.000 Euro geerbt.

Dass das Erbe bereits zwei Jahre später aufgebraucht war, begründete der Mann mit einer vermeintlichen Alkoholerkrankung und dem Umstand, dass er den überwiegenden Teil des Tages in Gaststätten verbracht habe.

Freimütig räumte er ein, das Erbe "ausgegeben und vertrunken" zu haben. Allein 60.000 Euro habe er verschenkt, um zu gefallen.

Wie das Gericht dem Mann vorhielt, hätte ein durchschnittlicher, nichterwerbstätiger Mann sieben Jahre und sieben Monate von dem Erbe leben können.

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