Ist das der Durchbruch bei Cellulite?

Orangenhaut tritt bei fast allen Frauen auf - Leipziger Wissenschaftler forschen jetzt gemeinsam mit unterschiedlichen Methoden gegen die unschönen Dellen.
Orangenhaut tritt bei fast allen Frauen auf - Leipziger Wissenschaftler forschen jetzt gemeinsam mit unterschiedlichen Methoden gegen die unschönen Dellen.

Leipzig - Orangenhaut haben 80-90 Prozent aller Frauen. Und das ist für sie nicht nur ein optisches Problem. Denn schwaches Bindegewebe ist auch nicht stabil...

Zwei Leipziger Wissenschaftler sind der Struktur des Bindegewebes auf der Spur und haben Bemerkenswertes herausgefunden.

Lange Zeit glaubte man, die unschönen Dellen, die vor allem am Po und den Oberschenkeln auftreten, haben etwas mit Übergewicht zu tun. Aber das weiß die Forschung mittlerweile besser.

Die Ursache liegt schlicht in den Genen. Während der Pubertät wird die Fähigkeit der Zellen, Energie zu speichern, durch Hormone gesteigert. Dabei wird das Bindegewebe lockerer, und das Körperfett setzt sich zwischen den einzelnen Bindegewebsfasern fest.

Im Gegensatz zu Männern, deren Bindegewebe sich wie ein Gitter kreuzt, verlaufen die einzelnen Fasern bei Frauen wie senkrechte Linien. Dazwischen ist deutlich mehr Platz für Körperfett, um sich abzulagern. Auch schlanke Frauen können deshalb Cellulite bekommen.

Jetzt kommt das Neue: Prof. Mike Francke und seine Kollegen vom Paul Flechsig Institut für Hirnforschung in Leipzig haben eine Möglichkeit gefunden, dieses Bindegewebe zu stabilisieren, schreibt mdr wissen.

Wissenschaft geht seltsame Wege: Was haben Streichhölzer und Gummibärchen mit Cellulite zu tun?
Wissenschaft geht seltsame Wege: Was haben Streichhölzer und Gummibärchen mit Cellulite zu tun?  © DPA

Um zu erklären, woran genau geforscht wird, schauen die Wissenschaftler ins Gewebe hinein und forschen nach dem "Festmacher" - also wodurch Gewebe stabil ist: "Beim Bindegewebe ist es wie mit vielen nebeneinanderliegenden Streichhölzern." Sind die Hölzer fest beieinander, "wie die Sprossen einer Leiter", werden sie stabiler. Fallen Sprossen heraus, wird die Leiter wacklig.

Der Leipziger Professor sagt: "Wir wollen jetzt die kleinen einzelnen Streichhölzer wie die Sprossen einer Leiter vernetzen. Und je mehr Sprossen die Leiter hat, desto stabiler ist sie dann. Dabei hilft ein mit Licht behandeltes Vitamin."

Biophysikerin Stefanie Riedel vom benachbarten Leibnitz Institut für Oberflächenstrukturen in Leipzig arbeitete "mit ähnlichem biologischen Material". Sie bestrahlt Gummibärchen und "zerstört damit Gewebestrukturen, die sofort wieder neue Verbindungen eingingen". Francke und Riedel arbeiten nun zusammen! "Diese neuen Verbindungen machten das Material stabiler als es vorher war. Es ist ein Netzwerk kleinen Poren. Je kleiner die Poren, desto dichter und stabiler das Netzwerk. Das wollen wir jetzt auf das Bindegewebe im Allgemeinen übertragen", ist sich Stefanie Riedel sicher.

Wenn die beiden Wissenschaftler belegen können, dass es sich hier nicht um ein Medikament (das mit Licht behandelte Vitamin), sondern um eine Behandlungsmethode handelt (die Bestrahlung), würde sie schneller für den Markt zugelassen.


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