RB Leipzig verliert richtungsweisendes Spiel in der "grünen Hölle" gegen Celtic

Glasgow - RB Leipzig muss um den Einzug in die Europa-League-Zwischenrunde bangen. Die Sachsen verloren ihr Auswärtsspiel vor 60.000 lautstarken Fans im Celtic Park gegen Celtic Glasgow mit 1:2 (0:1). Damit liegen beide Teams mit jeweils sechs Punkten hinter Tabellenführer FC Salzburg, der durch ein 5:2 bei Rosenborg Trondheim die K.o.-Runde gebucht hat.

Waren am Donnerstag ein Tor besser: Die Jungs vom schottischen Serienmeister Celtic Glasgow, die durch den Sieg das vorzeitige Aus abwenden konnten.
Waren am Donnerstag ein Tor besser: Die Jungs vom schottischen Serienmeister Celtic Glasgow, die durch den Sieg das vorzeitige Aus abwenden konnten.  © DPA

Die Hymne "You'll never walk alone" von 60.000 Zuschauern gesungen: Gänsehaut pur für jeden Fußballfan, der diese Atmosphäre aus einem der lautesten Stadien Europas live oder über den Fernsehbildschirm mitverfolgt hat.

"Entscheidend ist, wie wir heute verteidigen", sagte RB-Coach Ralf Rangnick im Vorfeld des richtungsweisenden Spiels. Bis zur 11. Minute stand die Abwehr sicher, erstickte jeden Angriffsversuch im Keim. Doch dann schlug Kieran Tierney nach einem schnell ausgeführten Freistoß zum 1:0 zu.

Nach vorn kam von den Bullen zu wenig, eine klasse Flanke von Konrad Laimer führte aber zum Ausgleich durch Jean-Kévin Augustin (78.). Direkt im Gegenzug ging Celtic aber wieder durch Odsonne Edouard in Front (79.).

In der hektischen Schlussphase fehlte den Gästen in Person von Kevin Kampl das Glück, die dadurch den vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde verpassten.

Fünf Wechsel nach Hertha-Sieg - Einmal gepennt, hinten gelegen

Da ist es passiert. Kieran Tierney (nicht im Bild) schießt in der 11. Minute freistehend aufs Tor, Keeper Yvon Mvogo (gelbes Trikot) kam zwar ran, konnte aber nicht abwehren.
Da ist es passiert. Kieran Tierney (nicht im Bild) schießt in der 11. Minute freistehend aufs Tor, Keeper Yvon Mvogo (gelbes Trikot) kam zwar ran, konnte aber nicht abwehren.  © Picture Point/S. Sonntag

Ohne Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Timo Werner musste RB in Glasgow antreten. Insgesamt fünf Veränderungen nahm Trainer Rangnick im Vergleich zum 3:0 bei Hertha BSC vor.

Celtic kam zunächst kaum aus der eigenen Hälfte, da die Leipziger sofort mit enormem Pressing auf den ballführenden Spieler gingen.

Doch in der 11. Minute waren sie einmal unaufmerksam. Marcelo Saracchi ließ Gegenspieler James Forrest ziehen, der passte in den Strafraum und von hinten kam Tierney angerannt, traf ungedeckt zum 1:0 für Celtic. Nach sechs Partien in Serie ohne Gegentor war es wieder das erste für RB.

Unter Tränen musste Saracchi danach aber ausgewechselt werden, fasste sich an den linken hinteren Oberschenkel. Marcel Halstenberg kam.

Die Bullen wurden durch den Rückstand aus ihrem Rhythmus genommen. Offensiv kam zu wenig, die Schotten wurden mit fortschreitender Spielzeit sicherer und verwalteten die Führung bis zur Halbzeit.

Kampl und Demme kommen - Leipzig am Ende im Latten-Pech

In der 78. Minute traf Jean-Kévin Augustin (l.) aus dem Nichts zum Ausgleich, doch im Gegenzug schlug Celtic wieder zurück.
In der 78. Minute traf Jean-Kévin Augustin (l.) aus dem Nichts zum Ausgleich, doch im Gegenzug schlug Celtic wieder zurück.  © Picture Point/S. Sonntag

Schon 24 Sekunden nach Wiederanpfiff zog der wendige Bruma aus der zweiten Reihe, doch Celtic-Torhüter Craig Gordon hielt sicher.

Es war ein schwieriges Unterfangen für die Roten Bullen gegen mannschaftlich geschlossen verteidigende Glasgower noch etwas mitzunehmen. Das bedingungslose Pressing, das die Leipziger die ersten zehn Minuten auf den Platz brachten, beherrschten fortan die Grün-Weißen.

Die Gäste brachten kaum einen Ball gefährlich auf Gordons Kasten, es dauerte bis zur 71. Minute, bis Sabitzer einen Weitschuss verlängerte, doch der Schotte war auf dem Posten und hielt sicher.

Und dann gab es ihn aber doch noch, diesen einen genialen Moment, diese eine klasse Idee. Laimer flankte aus 20 Metern butterweich in den Sechzehner, fand den Kopf von Augustin und der nickte ein - 1:1 (78.).

Die Freude hielt nicht lang. RB noch freudig über den eigenen Treffer, ließ sich hinten ausnehmen, Scott Sinclair passte auf links zu Ryan Christie, der direkt vors Tor und dort schob Odsonne Edouard ein - 2:1 (79.).

Es wurde hektisch und plötzlich war Leipzig da: Zuerst knallte der eingewechselte Kampl den Ball an die Latte (86.), dann schoss er ihn drüber (89.). Der Ausgleich war hier drin, fiel aber nicht mehr.

RB Leipzig verpasst dadurch, gemeinsam mit Salzburg (5:2 in Trondheim) schon sicher in die K.o.-Phase einzuziehen. Sie sind jetzt punktgleich mit Celtic, haben aber das auf dem Papier schwerere Restprogramm. Sonntag (15.30 Uhr/Sky) geht's in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen weiter.

Knapp 2500 Leipziger Fans begleiteten ihre Mannschaft nach Schottland. Das ist vereinsintern neuer internationaler Rekord.
Knapp 2500 Leipziger Fans begleiteten ihre Mannschaft nach Schottland. Das ist vereinsintern neuer internationaler Rekord.  © Picture Point/S. Sonntag
Der Celtic Park war mit gut 60.000 lautstarken Zuschauern gefüllt. War RB Leipzig davon zu beeindruckt?
Der Celtic Park war mit gut 60.000 lautstarken Zuschauern gefüllt. War RB Leipzig davon zu beeindruckt?  © Picture Point/R. Petzsche

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