RB Leipzigs Abwehr bringt Rangnick auf die Palme: "Das war unterirdisch!"

Glasgow - Sie war am Ende unnötig, insgesamt aber doch verdient: RB Leipzigs 1:2-Niederlage am Donnerstagabend in der Europa-League-Gruppenphase bei Celtic Glasgow. Fehlende Ideen nach vorn, das Gegentor direkt nach dem Ausgleich und ein stimmungsgeladener Celtic Park waren am Ende ausreichend, um den Sachsen die erste Niederlage nach zuvor zehn ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge zu bescheren.

Die einen am Boden, die anderen stehen wieder: Sinnbild für die Tabellenkonstellation in Europa-League-Gruppe B, in der es RB verpasste, alles klar zu machen.
Die einen am Boden, die anderen stehen wieder: Sinnbild für die Tabellenkonstellation in Europa-League-Gruppe B, in der es RB verpasste, alles klar zu machen.  © Picture Point/S. Sonntag

Nach zehn zunächst starken und von ständigem Pressing geprägten Minuten sorgte der erste eigene Sekundenschlaf direkt zum Gegentor: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß verlor Marcelo Saracchi den Zweikampf gegen James Forrest, der legte in den Strafraum, dort kullerte der Ball an Freund und Feind vorbei bis zu Kieran Tierney, der zum 1:0 in der 11. Minute einschob.

Im zweiten Durchgang wurde RB deutlich besser, kam aber dennoch viel zu selten gefährlich vors Tor. Dann aber brachte Konrad Laimer ungehindert eine maßgenaue Flanke nach innen, Jean-Kévin Augustin stand goldrichtig und köpfte zum Ausgleich (78.) ein. Die Hoffnung war wieder da, hier sogar noch als Sieger vom Platz zu gehen. Aber selbst ein Unentschieden hätte den Sachsen für eine komfortable Lage in der Gruppe B gesorgt.

Doch exakt 65 Sekunden nach dem 1:1 schlug Celtic wieder zu. Wieder pennte die Leipziger Abwehr, alle rannten nur hinterher, Scott Sinclair über links weiter zu Ryan Christie, der rüber zu Odsonne Edouard und der ins Tor - 2:1 für die Schotten. Der eingewechselte Kevin Kampl hatte danach noch zwei Riesenchancen auf den erneuten Ausgleich, zeigte aber Nerven. Und so verlor RB.

Coach Ralf Rangnick rügt seine Hintermannschaft

Wahrscheinlich hatte auch das eklig-regnerische Wetter Einfluss auf Ralf Rangnicks Gemütszustand nach der 1:2-Niederlage bei Celtic Glasgow.
Wahrscheinlich hatte auch das eklig-regnerische Wetter Einfluss auf Ralf Rangnicks Gemütszustand nach der 1:2-Niederlage bei Celtic Glasgow.  © Picture Point/R. Petzsche

"Es war ein unterirdisches Abwehrverhalten nach dem Ausgleich", wurde Trainer Ralf Rangnick am Nitro-Mikrofon deutlich, "wir dürfen es dem Gegner nicht so einfach machen und so einfach im Anschluss ein Tor kassieren."

Haben sie aber gemacht. Und so fingen sich die Roten Bullen nach sechs gegentorlosen und zehn ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie wieder Gegentreffer und eben die zweite Niederlage im vierten Gruppenspiel der Europa League.

An den fehlenden verletzten Offensivkräften Emil Forsberg, Timo Werner und Yussuf Poulsen lag die Pleite aber nicht, versicherte der 60-Jährige: "Dazu ist der Kader da, um das auszugleichen."

Allerdings könnten die rund 60.000 Zuschauer in der "grünen Hölle" Celtic Park dafür gesorgt haben, dass einige Mannschaftsteile in den entscheidenden Situationen nicht bei der Sache waren. "Vielleicht hat die Stadionatmosphäre den ein oder anderen verunsichert", sagte Abwehrspieler Marcel Halstenberg, der aufgrund einer Verletzung von Marcelo Saracchi schon nach 15 Minuten aufs Feld kam.

RB ist nun punktgleich mit Celtic und nur aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs nach dem 2:0 im Hinspiel auf Rang zwei. Heißt: Gewinnen die Sachsen die letzten Gruppenspiele in Salzburg und gegen Trondheim, wären sie weiter - egal was Celtic macht.

Die durchaus unnötige aber nicht unverdiente Niederlage müssen die Spieler nun möglichst schnell aus den Köpfen bekommen. Noch in der Nacht hob der Charterflieger gen Leipzig ab, ab Freitagnachmittag wird wieder am Cottaweg trainiert und sich auf das Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) vorbereitet.

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