Nach Rauswurf bei St. Pauli trainiert Cenk Şahin bei Erdogan-Klub

Hamburg/Istanbul - Wenige Stunden nach seinem Rauswurf beim FC St. Pauli hat Cenk Şahin eine neue sportliche Heimat gefunden.

Cenk Şahin wird nach der Aktion wohl nie wieder das St. Pauli-Trikot tragen. (Archivbild)
Cenk Şahin wird nach der Aktion wohl nie wieder das St. Pauli-Trikot tragen. (Archivbild)  © dpa/Axel Heimken

Der 25-Jährige wurde bei Istanbul Başakşehir mit offenen Armen empfangen. Ab sofort darf er dort trainieren, wie der Fußballverein auf Instagram bekannt gab.

Bei dem türkischen Klub stand Cenk Şahin zwischen 2016 und 2017 vor seiner Zeit in Hamburg unter Vertrag.

Außerdem ist Başakşehir der Lieblingsverein von Recep Tayyip Erdoğan (65) und eng mit dem Präsidenten sowie seiner Partei AKP verbunden.

Indirekt flog Şahin am Montagabend bei St. Pauli wegen Erdogans Kriegskurs in Syrien raus.

Der Mittelfeldspieler hatte wenige Tage zuvor den Angriff der Türkei unter dem Namen "Operation Friedensquelle" auf kurdische Gebiete im Norden Syriens begrüßt und seine Solidarität bekundet.

Daraufhin gab es massive Kritik seitens der Fans und die Kiezkicker zogen ihre Konsequenzen, da Şahin gegen die Vereinswerte verstieß.

Der FC St. Pauli lehne Krieg ab, auch die Solidarisierung damit widerspreche grundsätzlich den Werten des Vereins, hieß es.

Şahin wurde mit sofortiger Wirkung vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Ein Transfer ist aber erst zum Winter möglich.

Cenk Şahin provozierte erneut auf Instagram

Cenk Sahin postete nach der Entscheidung des FC St. Pauli erneut eine Provokation auf Instagram. (Fotomontage)
Cenk Sahin postete nach der Entscheidung des FC St. Pauli erneut eine Provokation auf Instagram. (Fotomontage)

Bis dahin will sich Cenk Şahin beim Training in Istanbul fithalten. Ob er dort später übernommen wird oder zu einem anderen Verein wechselt, ist völlig unklar.

Der Boss von Başakşehir erklärte aber, dass die Türen für ihn ab Januar offenstehen würden. Er sei außerdem sehr stolz auf das, was Şahin geteilt habe.

Bereits wenige Stunden nach der Entscheidung des FC St. Pauli zeigte Şahin, dass er weiter zum Kriegskurs von Erdogan steht.

Er postete in seiner Instagram-Story ein Foto salutierender Spieler der türkischen Nationalmannschaft bei der EN-Quali gegen Frankreich und fügte die türkische Flagge hinzu.

In der Türkei wird sein Bekenntnis zu Erdogans Kurs offenbar honoriert.

Der Rauswurf beim FC St. Pauli brachte dem Verein eine Flut von Türkei-Flaggen und kritischer Kommentare ein.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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