Spielrechts-Verlust droht! Wie ist der CFC jetzt noch zu retten?

Chemnitz - "Gestern standen wir noch am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter." So gestaltet sich die Situation beim insolventen Chemnitzer FC. Über Monate hing der Verein in der Schwebe. Mit der am Donnerstag von Insolvenzverwalter Klaus Siemon angekündigten Anzeige der Masseunzulänglichkeit des eingetragenen Vereins steht dieser nun vor dem endgültigen Aus (TAG24 berichtete).

Wenn Insolvenzverwalter Klaus Siemon die Liquidation empfiehlt und die Gläubiger zustimmen, war's das erstmal mit dem CFC.
Wenn Insolvenzverwalter Klaus Siemon die Liquidation empfiehlt und die Gläubiger zustimmen, war's das erstmal mit dem CFC.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Empfiehlt Siemon die Liquidation und stimmen die Gläubiger dem zu, gehen reichlich 53 Jahre Fußballtradition unter.

Der CFC würde aus dem Vereinsregister verschwinden. Soweit die Faktenlage. Doch wie geht es weiter?

Was geschieht mit der Nachwuchsabteilung, deren Defizit in Höhe von 220.000 Euro als Hauptgrund für die Masseunzulänglichkeit benannt wurde?

Die A- und B-Junioren spielen beide gleichzeitig in der 1. Bundesliga.

Das hat es zuvor noch nie gegeben! Darunter folgt ein breiter Unterbau bis hinunter zur G-Jugend ("U7") mit knapp 220 Kindern und Jugendlichen. Auf den ist auch die CFC GmbH angewiesen.

Selbst eine Kapitalgesellschaft benötigt für das Spielrecht in der 3. Liga mindestens vier Nachwuchsteams, darunter je eine ab "U15" aufwärts.

Interessant: Jeder Klub der 3. Liga mit einem Leistungszentrum, wie es der CFC besitzt, erhält aus dem Nachwuchsfördertopf 100.000 Euro. Dazu gibt es noch eine Vergütung für Einsatzzeiten von Spielern mit deutschem Pass, die die "U21"-Regel erfüllen.

Beim CFC fallen unter anderem Erik Tallig und Tim Campulka unter diese Regel. Nachwuchsarbeit zahlt sich also aus.

Was passiert mit den Gesellschafteranteilen des e.V.?

Der eingetragene Verein hält 51 Prozent an der CFC GmbH, könnte Aufsichtsräte für die Kapitalgesellschaft (bisher gibt es dort gar keine) stellen und besäße damit Mitspracherecht. Solange keine Mitgliederversammlung für den e.V. stattfindet, wo ein handlungsfähiger Aufsichtsrat gewählt wird, ist dies aber nicht der Fall. Ein denkbares Szenario wäre die Veräußerung der bestehenden Anteile an der GmbH an einen neugegründeten Verein oder aber einen Investor, der den Verein bereits über 20 Jahre unterstützt. Letzteres würde, wie zum Beispiel einst in Hoffenheim, die 50+1 Regel umgehen.

Allerdings besteht auch ein Risiko! § 10 Nummer 3 im Drittligastatut des DFB besagt: "Mit Auflösung oder Verlust der Rechtsfähigkeit des Muttervereins verliert die Tochtergesellschaft (hier die CFC GmbH) ihr Antragsrecht für die folgende Spielzeit. Eine bereits erteilte Zulassung erlischt mit dem Ablauf des Spieljahres, für das sie erteilt worden ist. Eine neue Zulassung wird nicht erteilt." Und damit wäre niemandem gedient …

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