Nach Nazi-Eklat: CFC-Aufsichtratsmitglieder treten zurück

Chemnitz - Paukenschlag beim CFC! Nach dem Nazi-Skandal haben nun der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bauch und weitere Aufsichtsratsmitglieder ihre Ämter niedergelegt. Zudem gibt es Ungereimtheiten zum Rücktritt von Thomas Uhlig.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bauch hat seine Ämter beim CFC niedergelegt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bauch hat seine Ämter beim CFC niedergelegt.  © Picture Point

Am Donnerstagnachmittag gaben Bauch sowie die Aufsichtsratsmitglieder Norman Löster und Lutz Wienhold bekannt, dass sie mit sofortiger Wirkung ihre Ämter niederlegen.

Diese Entscheidung begründeten sie mit den aktuellen Entwicklungen beim CFC, auf die sie keinen Einfluss nehmen konnten und können.

Am 14. März bat der Verein um Hilfe und Unterstützung für die zu bewältigenden Aufgaben.

"Tatsächlich erfolgte jedoch die beharrliche Zurückweisung der immer wieder durch den Aufsichtsrat sowie den Vorstandsvorsitzenden erklärten Bereitschaft zum internen Dialog sowie zur Zusammenarbeit, wurden die satzungsgemäß gewählten bzw. bestellten Gremienmitglieder sogar pauschal zu Rücktritten aufgefordert. Dementsprechend wurde der Aufsichtsrat bereits seit Juli 2018 von jeglichen Informationen isoliert und in keine Entscheidung eingebunden. Eine im Interesse des Vereins liegende Zusammenarbeit war und ist demnach nicht möglich, ohne dass dies von uns beeinflusst werden konnte", heißt es in der Mitteilung.

Kritik am Umgang mit Vorstandsvorsitzendem

Thomas Uhlig war einen Tag nach dem Nazi-Skandal zurückgetreten, ist aber formell noch CFC-Vorstand.
Thomas Uhlig war einen Tag nach dem Nazi-Skandal zurückgetreten, ist aber formell noch CFC-Vorstand.  © Harry Härtel/Haertelpress

Das trifft konkret auf die Geschehnisse beim Heimspiel am 9. März gegen Altglienicke, wo es vor dem Anpfiff eine Trauerbekundung für den Ex-Hooligan Thomas Haller (53), der einen Tag zuvor verstorben war, gegeben hatte.

"Weder im Vorfeld, noch im Nachgang hierzu wurde der Aufsichtsrat in die Entscheidung sowie die Aufarbeitung der dem Verein und der gesamten Stadt Chemnitz massiven Schaden zufügenden Ereignisse einbezogen. Gänzlich inakzeptabel ist zudem das Vorgehen bei der erforderlichen Aufarbeitung der Geschehensabläufe."

Nur einen Tag nach der Trauerbekundung trat Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Thomas Uhlig zurück. Nach wie vor sei er aber weiter formell im Amt als Vorstand des Vereins. "Auch dieses Auseinanderfallen von öffentlichen Bekundungen und realisierten Handlungen kann nicht stillschweigend akzeptiert und darüber mitgetragen werden. Dies um so weniger, als gleichzeitig die sofortigen Kündigungen zum Teil langjähriger Mitarbeiter und Unterstützerinnen vollzogen wurden."

Eine weitere Ungereimtheit: "Ebenso inakzeptabel ist die Nutzung nicht involvierter Gremienmitglieder als Projektionsfläche, um von der eigenen Verantwortlichkeit und dem zu prüfenden Fehlverhalten der handelnden Personen abzulenken", machen sich die Aufsichtsratsmitglieder Luft. Dabei sei vor allem der Umgang mit dem Vorstandsvorsitzenden, Andreas Georgi, nicht zu rechtfertigen. Georgi war, im Gegensatz zu den beiden verantwortlichen Geschäftsführern der Chemnitzer FC Fußball GmbH, in dieser Zeit im Urlaub. Ein WhatsApp-Chat belegt außerdem, dass die Traueraktion in der Südkurve mit dem Veranstaltungsleiter abgestimmt war (TAG24 berichtete).

In ihrer Erklärung verurteilen die drei Aufsichtsratsmitglieder zudem den Umgang mit den Groß-Sponsoren, wie der Sparkasse Chemnitz.

Update, 18 Uhr: Uhlig-Rücktritt ist willentliche Täuschung der Öffentlichkeit

Zum Thema Uhlig-Rücktritt erklärte Uwe Bauch in einer Pressekonferenz: "Es gab eine schriftliche Aufforderung an den Veranstaltungsleiter Herrn Uhlig, seinen Rücktritt vom 10. März nochmals schriftlich zu erläutern. Als Antwort ließ Herr Siemon ausrichten, dass Herr Uhlig nicht vollständig zurückgetreten ist. Das ist eine willentliche Täuschung der Öffentlichkeit!"

Desweiteren wurde in dem Gespräch auch noch einmal der Umgang mit dem Vorstandsvorsitzendem Andreas Georgi angesprochen: "Es ist inakzeptabel, nicht involvierte Gremienmitglieder als Projektionsfläche zu nutzen, um von der eigenen Verantwortlichkeit abzulenken", machen sich die Aufsichtsräte Luft. Hintergrund: In der offiziellen Vereinsmitteilung vom 12. März war Georgi aufgefordert worden, seine Informationen zum Ablauf in der Fankurve mitzuteilen. "Dabei war meinen Vorstandskollegen Thomas Sobotzik und Thomas Uhlig bekannt, dass ich zu diesem Zeitpunkt auf Asienurlaub gewesen bin", vermutet Georgi eine bewusste Rufschädigung: "Ich prüfe entsprechende juristische Schritte gegen den Verantwortlichen dieser Erklärung."

In ihrer Mitteilung verurteilten die Aufsichtsratsmitglieder den Umgang mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Georgi.
In ihrer Mitteilung verurteilten die Aufsichtsratsmitglieder den Umgang mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Georgi.  © Harry Härtel/Haertelpress

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