Scheitert der Aufstieg am Geld? CFC-Sportvorstand Sobotzik im Interview

Chemnitz - In Karlsruhe baut die Stadt für insgesamt 123 Millionen Euro eine neue Heimstätte für den KSC. In Chemnitz lehnen die Stadträte einen erneuten Zuschuss für den CFC ab (TAG24 berichtete). Über mögliche Auswirkungen sprach TAG24 mit Sportvorstand Thomas Sobotzik.

Thomas Sobotzik, Vorstand für Sport und Finanzen, bleibt optimistisch. Er geht fest davon aus, dass der CFC den möglichen Aufstieg finanziell stemmen kann.
Thomas Sobotzik, Vorstand für Sport und Finanzen, bleibt optimistisch. Er geht fest davon aus, dass der CFC den möglichen Aufstieg finanziell stemmen kann.  © Picture Point

TAG24: Haben Sie in dieser Woche etwas neidisch nach Karlsruhe geschaut?

Sobotzik: "Nein, denn die Stadt Chemnitz hat 2016 mit dem Stadionneubau bereits die Grundlage für Chemnitz als einen künftigen Fußballstandort gelegt."

TAG24: Die Stadträte lehnen die Bitte von Insolvenzverwalter Klaus Siemon nach frischem Geld ab. Was bedeutet das für den CFC?

Sobotzik: "Klaus Siemon hat gleichzeitig ein Gesprächsangebot unterbreitet, um Alternativlösungen zu diskutieren. Jetzt müssen wir in offenen, ehrlichen Gesprächen mit den Stadträten die dauerhafte Finanzierung und Vermarktung der Stadionnutzung diskutieren, um den Fußballstandort Chemnitz zu erhalten. Das kann der CFC genauso wie alle anderen Fußballvereine an ähnlichen oder gar wesentlich stärkeren Wirtschaftsstandorten nur durch eine grundsätzliche Sportförderung der Stadt lösen."

TAG24: Wir sprechen über Steuergelder ...

Sobotzik: "Wir wollen kein Steuergeschenk, sondern eine nötige und angemessene Sportförderung als Gegenwert für den Beitrag, den der CFC für Chemnitz leistet. Wir sind das Aushängeschild der Region und leisten unter anderem im Kampf gegen Rechtsradikalismus Vorbildliches. Ich komme von außerhalb. In Stuttgart, Köln oder Frankfurt/Main denkt man bei dem Namen Chemnitz an Hans Meyer, Michael Ballack und den CFC. Mit dieser Feststellung soll keineswegs die Wichtigkeit anderer Sportarten und Vereine herabgesetzt werden."

TAG24: Die Mannschaft eilt von Sieg zu Sieg. Wie groß ist die Gefahr, dass sie am Ende nicht aufsteigen kann, weil die Geldgeber fehlen?

Sobotzik: "Der Verein hatte über Jahre ein strukturelles Problem, das man über ständige Personalwechsel zu lösen versucht hat. Die Ausgliederung des Geschäftsbetriebes ist ein erster Schritt zu dauerhaften Professionalisierung, die den Partnern des CFC Sicherheit gibt. Ich bin weiter optimistisch, dass wir hier einen Schulterschluss zwischen Sport, Wirtschaft und Politik hinbekommen."

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