Paukenschlag beim CFC: Daniel Frahn mit Klage erfolgreich! Verein kündigt Berufung an

Chemnitz - Torjäger Daniel Frahn ist ab sofort wieder Vertragsspieler beim Chemnitzer FC! Der 32-Jährige war am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht Chemnitz mit seiner Klage gegen die fristlose Kündigung erfolgreich.

Daniel Frahn am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht in Chemnitz.
Daniel Frahn am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht in Chemnitz.  © Harry Härtel/Haertelpress

Der Vorsitzende Richter Dirk Weber folgte den Argumenten der Frahn-Anwälte und erklärte die außerordentliche Kündigung, die der damalige CFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik am 5. August ausgesprochen hatte, für null und nichtig.

Die Kündigungsgründe, die der CFC vorgebracht hatte, reichten letztlich nicht, um das Arbeitsverhältnis fristlos zu beenden. "Die außerordentliche Kündigung ist an sehr hohe Hürden gebunden", betonte Weber bereits zu Beginn der Verhandlung.

Dass der zu diesem Zeitpunkt verletzte und damit arbeitsunfähige Frahn am 3. August mit Chris Junghänel, einem führenden Kopf der rechtsgerichteten Fan-Gruppierung "NS-Boys", zum Auswärtsspiel nach Halle gefahren und mit ihm im CFC-Fanblock aufgetaucht sei, wertete der Richter als "Verhalten im Privatbereich. Das reicht nicht für eine fristlose Kündigung."

Frahns Anwalt, der ehemalige Zweitliga-Schiedsrichter Christian Schößling aus Leipzig, hatte in der Verhandlung darauf verwiesen, dass Frahn "in der Fanszene und innerhalb der Mannschaft noch immer viele Sympathien" genieße. Frahn sei nach wie vor "mit ganzem Herzen beim CFC" und bereit, seinen bis Ende Juni 2021 laufenden Vertrag zu erfüllen.

Darauf ließ sich Anwältin der CFC Fußball GmbH, Nicole Marquardsen, ebenso wenig ein wie die nochmals von Richter Weber ins Gespräch gebrachte Möglichkeit der Abfindung (240.000 Euro).

Update 16.10 Uhr: CFC: "Wir werden in Berufung und notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht gehen."

Daniel Frahn auf dem Weg ins Chemnitzer Arbeitsgericht.
Daniel Frahn auf dem Weg ins Chemnitzer Arbeitsgericht.

Nach einer Unterbrechung von rund 45 Minuten verkündete Weber schließlich sein Urteil. Frahn, der mit Ehefrau Steffi und Teilen der Familie die Verhandlung verfolgte, war zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Heimweg.

Schößling: "Die vergangenen Monate waren für ihn extrem psychisch belastend. Wir haben ihn telefonisch über das Urteil, das wir nicht anders erwartet haben, informiert. Er wird ab morgen wieder beim CFC mittrainieren."

Aus allen Wolken fiel Insolvenzverwalter und Hauptgesellschafter Klaus Siemon, als er die Nachricht aus der Kammerverhandlung erhielt. "Dieses Urteil ist ein Skandal. Zum wiederholten Mal entscheidet die Chemnitzer Justiz sehr rechtslastig", erklärte Siemon: "Wir werden in Berufung und notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht gehen."

Der Drittligist stellte zudem klar, dass das Urteil mit der Berufung nicht rechtskräftig ist: "Damit bleibt die Kündigung des Spielers Frahn aufrechterhalten. Er wird auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des CFC teilnehmen."

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