CFC-Ärger: Die "Süd" schweigt, was sagen die Spieler zum Boykott?

Chemnitz - Im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV war die Hütte voll, die Stimmung prächtig, der CFC stand kurz vor der Sensation. Das Kontrastprogramm erleben die Spieler in der Liga: die Südtribüne schweigt. Laut waren gegen den 1. FC Magdeburg und 1860 München nur die Gästefans.

Mittelfeldmann Tobias Müller fehlen die Fans.
Mittelfeldmann Tobias Müller fehlen die Fans.  © Picture Point/S. Sonntag

"Dadurch fehlen schon ein paar Prozente. Die Spieler können sich daran hochziehen, wenn sie gepuscht werden. Was das bewirken kann, hat man gegen den HSV gesehen", meinte Mittelfeldmann Tobias Müller am Rande des 1860-Spiels.

Was sagen andere zur Tristesse im weiten Rund? Ist sie schuld an der mageren sportlichen Ausbeute gegen den FCM und 1860 (kein Tor, ein Punkt)?

"Ich weiß nicht, ob es daran lag. Natürlich bekommt man das mit. Aber dass der Ball nicht über die Linie geht, liegt nicht an den Zuschauern, sondern an uns oder einem starken gegnerischen Torhüter", betont Offensivmann Rafael Garcia und versichert:

"Wir Spieler sind mit den Fans nicht im Streit. Deshalb machen wir uns darüber keinen Kopf."

Volles Haus sieht anders aus: Beim Spiel gegen 1860 München war die Südtribüne deutlich leerer als sonst.
Volles Haus sieht anders aus: Beim Spiel gegen 1860 München war die Südtribüne deutlich leerer als sonst.  © Picture Point/Gabor Krieg

Ähnlich klingt Innenverteidiger Sören Reddemann: "Was im Umfeld passiert, darf uns nicht interessieren. Wir spielen für unsere Zukunft. Wenn die Fans meinen, sie müssen das tun, kann ihnen das keiner verbieten." Der 23-Jährige verweist auf andere Vereine: "Großaspach zum Beispiel spielt auch nicht vor 6000 Fans und bringt trotzdem die Leistung."

Reddemanns Ex-Klub, der SV Wehen Wiesbaden, hatte 2018/19 im Schnitt 3150 Zuschauer und stieg in die 2. Liga auf!

Der Chemnitzer Fußball-Lehrer Rico Schmitt hat sich in seiner neuen Funktion als MDR-Fußball-Experte ebenfalls zum Thema Stimmungsboykott geäußert. "Aktuell erleben wir das ja in vielen Stadien. Ich kann nur an die Fanszene appellieren: Am Ende geht es um den Fußball, die Mannschaft und um den Verein, auch wenn es da beim CFC ein paar Querelen gibt", so der 50-Jährige:

"Die Spieler brauchen diese Emotionalität, die lautstarke Unterstützung, damit gerade auch in schweren Spielphasen der Druck von außen kommt. Dann geht das eine oder andere leichter."

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