CFC-Nachwuchs: Zwischen Ohnmacht und Hoffnung

Chemnitz - Gibt es doch eine Zukunft für das CFC-Nachwuchsleistungszentrum (NLZ)? Nachdem Insolvenzverwalter Klaus Siemon am Wochenende allen Mitarbeitern gekündigt hatte (TAG24 berichtete), wird nun an breiter Front um den Erhalt gekämpft.

Auch er erhielt die Kündigung: NLZ-Leiter Thomas Köhler.
Auch er erhielt die Kündigung: NLZ-Leiter Thomas Köhler.  © Picture Point/K. Dölitzsch

"Mein Telefon steht nicht still. Ich führe viele Gespräche mit Trainern sowie Spielern und deren Eltern. Alle wollen wissen, wie es weitergeht", berichtet CFC-Nachwuchs-Chef Thomas Köhler.

Ihn selbst traf die Kündigung durch den Insolvenzverwalter wie ein Schlag in die Magengrube: "Ich werde rechtlich Schritte prüfen. Viel schlimmer ist doch aber die mögliche Konsequenz für das NLZ. Diese Entscheidung könnte jahrelange Arbeit zerstören. Ein Leistungszentrum aufzubauen geht nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit", schüttelt Köhler den Kopf.

Sorgenkind ist die Finanzierung mit geplanten Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 500.000 Euro. Neben Förderbeiträgen vom DFB (bis zu 225.000 Euro) erhält der Verein zwar auch Ausbildungsentschädigungen bei Jugendtransfers (geplant ca. 200.000 Euro). Erst im Sommer wechselte z.B. Torhüter Luis Lungwitz (16) zu Schalke 04. Laut Insolvenzverwalter Siemon fehlen aber noch 220.000 Euro.

"Nach den uns bekannten Planzahlen stellt sich die vorhandene Etatlücke nicht in dieser Größenordnung dar", erklärt CFC-Vorstandschef Andreas Georgi. Weil Siemon den Betrieb des NLZ letzte Woche aus dem Insolvenzbereich freigegeben hat, kann sich der CFC-Notvorstand um die Finanzierung kümmern.

Montagabend gab es dazu eine Krisensitzung mit Vertretern des CFC-Fördervereins, dem Stadtsportbund und CFC-Nachwuchstrainern. "Mit vereinten Kräften und der Hilfe unserer Mitglieder wollen wir die Etatlücke schließen und den Fortbestand des NLZ sichern. Dazu richten wir ein eigenes Vereinskonto bei der Sparkasse Chemnitz ein", berichtet Georgi.

Update 12.50 Uhr:

Wie der CFC mitteilt, stehen die Gesellschafter für Verpflichtungen des Nachwuchsleistungszentrums ein.

"Die Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH stehen ab dem 01.08.2019 für alle Verpflichtungen des Chemnitzer Nachwuchsleistungszentrums vollumfänglich ein. Damit sind auch die Verträge der Trainer und Nachwuchsspieler gesichert.

Dies gilt zunächst für den Monat August 2019, da nach der Mitgliederversammlung mit dem neu zu bestellenden Vorstand eine vollumfängliche Regelung zur Fortführung des NLZ getroffen werden soll.

Die Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH haben sich zu Beginn ihres Engagements, neben der Förderung des Chemnitzer Profi-Fußballs, auch die Stärkung der vereinseigenen Nachwuchsarbeit zum Ziel gesetzt.

Bereits seit Juni 2019 engagiert sich Udo Pfeifer ehrenamtlich als Ansprechpartner für die Stadt, Sponsoren, Fördervereine sowie den Stadtsportbund und Eltern. Der 51-Jährige ist zudem mit seinen Unternehmen als Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH aktiv."

CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat allen Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums gekündigt.
CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat allen Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums gekündigt.  © Harry Härtel/Haertelpress

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