"Sorry, Charles": RB Leipzigs Nkunku plant Entschuldigung nach bösem Foul an Aranguiz

Leverkusen - Angesichts der ersten Halbzeit war RB Leipzigs 1:1 bei Bayer Leverkusen am Samstag ein Witz. Allein in den ersten 45 Minuten vergaben die Sachsen vier Mega-Chancen. Und weil die Konkurrenz durch die Bank weg patzte, hätte man gar als Tabellenführer in die Länderspielpause gehen können. Ein noch größeres Thema nach dem Spiel war aber die offenbar schwere Verletzung von Leverkusens Charles Aranguiz (30) - mit geteilten Meinungen.

Mit heftigen Schmerzen im rechten Fuß musste Charles Aranguiz nach dem Foul vom Platz getragen werden.
Mit heftigen Schmerzen im rechten Fuß musste Charles Aranguiz nach dem Foul vom Platz getragen werden.  © dpa/Roland Weihrauch

Wir schreiben die 85. Minute: Charles Aranguiz will einen Ball aus der Luft direkt nehmen und holt Schwung. In dem Moment rauscht aber auch Christopher Nkunku mit gestrecktem Bein heran, will den Schuss blocken. Der Chilene trifft mit voller Wucht die Sohle des Franzosen und geht mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. In der Folge muss der Verletzte per Trage vom Platz.

Zunächst die Frage: Wie geht es Aranguiz? "Er hatte Schmerzen und konnte nicht mehr weitergehen", so sein Trainer Peter Bosz. Eine genaue Diagnose stand am Abend aber noch aus.

"Das war keine Absicht von Christo - das kann ich versichern", sagte RB-Coach Julian Nagelsmann. "Wir hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert ist und er schnell wieder auf die Beine kommt."

Der "Übeltäter" selbst beschrieb die Szene nach Abpfiff wie folgt: "Ich gehe mit voller Kraft zum Ball, treffe dann leider den Fuß von Charles Aranguiz", so Nkunku. "Es tut mir sehr leid, dass er sich verletzt hat. Sorry an Charles - ich werde mich auch noch persönlich bei ihm melden."

Eine Karte hatte der Torschütze zum 1:1-Endstand übrigens nicht bekommen, obwohl besonders der Gegner gern die Signalfarbe gesehen hätte. "In der Situation, in der Dynamik sieht man es vielleicht nicht gleich. Da kann man auch Rot geben", sagte Kevin Volland, der in der 66. Minute zur Führung eingenetzt hatte.

Leipzigs Willi Orban hingegen hätte zumindest die Gelbe Karte gezeigt. "Er trifft ihn schon am Zeh vorne", so der Kapitän. "In der Dynamik ist es natürlich sehr schmerzhaft. Ich hoffe für ihn persönlich, dass es nicht so schlimm ist. Aber ich glaube nicht, dass du da unbedingt Rot geben musst.

Nagelsmann "traurig, dass wir nicht gewonnen haben!"

Die Szene, die nichts für schwache Gemüter ist: In der 85. Minute ging Leipzigs Christopher Nkunku mit gestrecktem Bein in den Zweikampf. Der Mexikaner schoss mit voller Wucht dagegen.
Die Szene, die nichts für schwache Gemüter ist: In der 85. Minute ging Leipzigs Christopher Nkunku mit gestrecktem Bein in den Zweikampf. Der Mexikaner schoss mit voller Wucht dagegen.  © imago images/Mika Volkmann

RB-Coach Nagelsmann bezeichnete besonders den Auftritt seiner Mannschaft in der 1. Halbzeit als "fahrlässig". Mit drei, vier Toren hätte man in die Pause gehen können oder gar müssen.

"Es ist leider oft im Fußball so, dass eine Mannschaft, die die Tore nicht macht, bestraft wird. Wir haben aber eine gute Punkteausbeute und wollen weiter angreifen", so der mit 32 Jahren jüngste Trainer der Bundesliga.

Das Sturmduo Timo Werner und Matheus Cunha hätte allein schon die Partie frühzeitig entscheiden können. Aber die Nerven versagten - teils komplett freistehend.

"Er versucht es ja, er ist bemüht", versuchte Orban gute Miene zum ungenauen Werner-Spiel zu machen. "Das Gute ist, dass er die Chancen hat. Er läuft immer gut in die Räume, das hatte er vorher nicht so gut gemacht. Er hat jetzt ein sehr gutes Timing, wann er in die Räume geht. Wir geben ihm jetzt ein bisschen Zeit, in der Länderspielpause kann er für die Nationalmannschaft vielleicht das ein oder andere Tor machen, das würde mich für ihn persönlich freuen. Dann ist er wieder selbstbewusst und kann bei uns weitermachen."

Nach den vorangegangen Pleiten gegen Schalke und Lyon war der Sieg durchaus drin. Aufgrund der Chancenverwertung ist Nagelsmann daher besonders "traurig, dass wir nicht gewonnen haben."

Das kann sich dann in zwei Wochen wieder ändern, wenn in der Red Bull Arena der VfL Wolfsburg aufschlägt. Die Wölfe könnten dann gar als Spitzenreiter anreisen, wenn sie ihr Heimspiel gegen Union Berlin am heutigen Sonntag gewinnen und Gladbach den FC Augsburg nicht schlägt. Eng ist's in der Bundesliga. Aber so wollen wir's ja.

UPDATE: Aranguiz' Verletzung steht fest

Charles Aranguiz erlitt im Zweikampf mit Christopher Nkunku einen Haarriss im rechten Mittelfuß sowie einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. Das teilte Bayer Leverkusen am Sonntag mit. Der Chilene wird daher nicht zur Nationalmannschaft reisen und fällt auch für das Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt am 18. Oktober (20.30 Uhr) aus.

Die Roten Bullen twitterten dazu: Auch wir sagen noch einmal und ganz besonders im Namen von Christopher Nkunku: Gute Besserung, CharlesAranguiz!"

Der 21-Jährige konnte mit diesem gefühlvollen Heber Lukas Hradecky als einziger Leipziger überwinden und immerhin für einen Auswärtspunkt sorgen.
Der 21-Jährige konnte mit diesem gefühlvollen Heber Lukas Hradecky als einziger Leipziger überwinden und immerhin für einen Auswärtspunkt sorgen.  © picture point/Sven Sonntag

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