Ein Reinfall! "Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand" startet im Kino

Berlin - Trotz Starbesetzung ein Flop! "Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand" reißt emotional überhaupt nicht mit, ist unlustig und deshalb eine echte Weihnachtsenttäuschung!

Charles Dickens (Dan Stevens) hat eine Schreibblockade. Wovon soll sein nächster Roman handeln?
Charles Dickens (Dan Stevens) hat eine Schreibblockade. Wovon soll sein nächster Roman handeln?  © PR/BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) L

Zu Beginn des Filmes sonnt sich Charles Dickens (Dan Stevens) 1812 in New York auf einer US-Tour im Erfolg seines weltweiten Bestsellers "Oliver Twist".

Zehn Monate später ist er zurück in London und hat nach drei Fehlschlägen eine Schreibblockade - nichts inspiriert den großen Schriftsteller mehr!

Was tun? Er lauscht einer irischen Weihnachtssage des neuen Hausmädchens Tara (Anna Murphy) und ist sofort erleuchtet: Daraus lässt sich ein Weihnachtsbuch schreiben!

Das Problem: Weihnachten steht schon vor der Tür! Wie soll er die Geschichte schreiben und dann in der verbleibenden Zeit auch noch mit seinen kleinen Geldreserven aufwendig drucken lassen?

Zumal er von seinem gutmütigen, aber verschwenderischen Vater John (Jonathan Pryce) und seiner Mutter (Ger Ryan) bei der Arbeit gestört wird.

Doch sein guter Freund und Fürsprecher John Forster (Justin Edwards) hilft ihm, wo er nun kann. So nimmt die erste Figur seines Romans Gestalt an - Scrooge (Christopher Plummer) entspringt seiner Fantasie...

Leider macht der Film aus dieser guten Ausgangslage wenig Erbauliches.

John Dickens (Jonathan Pryce) ist ein herzensguter, aber auch verschwenderischer Mensch, der seinen Sohn immer wieder bei der Arbeit unterbricht.
John Dickens (Jonathan Pryce) ist ein herzensguter, aber auch verschwenderischer Mensch, der seinen Sohn immer wieder bei der Arbeit unterbricht.  © PR/BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) L

Denn er reißt emotional überhaupt nicht mit. Zu abstrakt wirkt die Figur von Dickens, der von Stevens (Ruhet in Frieden, Criminal Activities, Die Schöne und das Biest) zwar klasse verkörpert wird, die überraschend offensichtlichen Drehbuch-Schwächen aber auch nicht übertünchen kann.

Zudem gelingt es dem indischen Regisseur Bharat Nalluri (Spooks - Verräter in den eigenen Reihen, The Crow - Tödliche Erlösung) nicht, dem Film ein gutes Timing bei den Dialogen und den vielen fehlgezündeten Gags zu verpassen.

Daher ist gerade der Humor die größte Schwäche des Films, weil hier äußerst angestrengt versucht wird, witzig zu sein, was dann natürlich aus genau diesem Grund überhaupt nicht funktioniert - vor allem nicht in der schwachen, weil ausdruckslosen deutschen Synchronfassung.

Deshalb hat Nalluris Werk einige Durchhänger, ist stellenweise ermüdend und schlichtweg zu uninteressant, um die Zuschauer über die gesamte Laufzeit von 104 Minuten bei der Stange zu halten.

Dabei machen die Verantwortlichen handwerklich einiges richtig. Die Kameraführung ist dynamisch, die Locations erstklassig ausgestattet, die Musikuntermalung stimmig, das Make-up stark und schönen Kostüme zeitversetzend.

Haben eine Eingebung: Charles Dickens (l., Dan Stevens) und Scrooge (Christopher Plummer).
Haben eine Eingebung: Charles Dickens (l., Dan Stevens) und Scrooge (Christopher Plummer).  © PR/BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) L

Wegen des missratenen Schnitts, der den Film eher ausbremst, als ihn zu einem packenden Erlebnis zu machen, bringen all diese Stärken aber nur wenig.

So sitzen die Zuschauer lange Zeit ziemlich ernüchtert im Kino, weil die Bildsprache zwar stimmt, der Inhalt aber nicht.

Dabei zeigen auch die Nebendarsteller wie Pryce (Fluch der Karibik, Game of Thrones, Brazil) und Plummer (Beginners, Alles Geld der Welt, Verblendung) durchaus ansprechende Leistungen.

Außerdem sorgt das Ende für zumindest ein wenig Versöhnung, weil der Film hier nun endlich nachvollziehbar ist.

Dennoch ist "Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand" ein genauso sperriger Film geworden, wie es sein umständlicher deutscher Titel vermuten lässt.

Dem aufgesetzt wirkenden Humor fehlt es an Witz und Timing, die Charaktere sind zu abstrakt und das Drehbuch schafft es nicht, die Kraft der Geschichte auf die Leinwand zu transportieren. Da helfen auch die handwerklichen Stärken nicht weiter, denn emotional reißt der Film die Zuschauer überhaupt nicht mit.

Scrooge (r., Christopher Plummer) ist stets missgelaunt, während Charles Dickens (Dan Stevens) mit offenen Armen und Augen durch die Welt geht.
Scrooge (r., Christopher Plummer) ist stets missgelaunt, während Charles Dickens (Dan Stevens) mit offenen Armen und Augen durch die Welt geht.  © PR/BAH HUMBUG FILMS INC & PARALLEL FILMS (TMWIC) L

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