Chemie schlägt Rivale Lok im hitzigen Stadtderby! AKS wird zum Tollhaus

Leipzig - Die BSG Chemie Leipzig hat erstmals seit acht Jahren das Stadtderby gegen den großen Rivalen 1. FC Lok gewonnen. Die Leutzscher setzten sich am Sonntagnachmittag mit 2:0 (1:0) durch, fuhren den erst zweiten Saisonsieg ein und sorgten für Loks erste Pleite. Im Alfred-Kunze-Sportpark trafen Florian Schmidt (29.) und Daniel Heinze (78.).

Lok hatte die Party boykottiert, brachte keine Fans mit, da die Sicherheitsbehörden ihnen nur 250 statt mindestens 500 Tickets zur Verfügung stellen wollte. Mit diesem Transparent zeigten die FCL-Spieler, was sie davon hielten.
Lok hatte die Party boykottiert, brachte keine Fans mit, da die Sicherheitsbehörden ihnen nur 250 statt mindestens 500 Tickets zur Verfügung stellen wollte. Mit diesem Transparent zeigten die FCL-Spieler, was sie davon hielten.  © Picture Point/Gabor Krieg

Für Lok Leipzigs Cheftrainer Rainer Lisiewicz war es nicht nur aufgrund der Begegnung ein besonderer Tag, er feierte am Sonntag auch seinen 70. Geburtstag, "feuchtfröhlich, diskret und zurückhaltend", wie er im MDR sagte. Bis um 4 sei die Party gegangen, er fühle sich dennoch frisch.

Acht Jahre lang wartete die BSG bereits auf einen Pflichtspielsieg gegen die Probstheidaer, Sonntag sollte es endlich klappen. Aufsteiger Chemie ging als 15. ins Derby, Lok hatte als Dritter die Chance auf die Tabellenführung.

"Wir müssen definitiv über uns hinauswachsen und über eine saubere Defensive kommen", sagte Chemie-Coach Miroslav Jagatic, während Loks Teammanager Björn Joppe über die fehlenden Anhänger sagte: "Es ist auf jeden Fall nicht schön. Für die Spieler ist es immer motivierender, wenn die Fans dahinter sind."

Die Begegnung ging gleich saftig und mit ordentlich Härte los, Schiedsrichter Steven Greif (Westhausen) war direkt gefordert: Maik Salewski sah nach einem Foul an der Mittellinie gegen Daniel Heinze gleich mal nach 30 Sekunden Gelb.

Die erste dicke Chance gehörte den Hausherren. Nach einer abgewehrten Ecke von Benjamin Boltze versuchte es Stefan Karau mit einem Heber gegen den weit vor seinem Kasten stehenden Lukas Wenzel, der Ball ging aber nur an die Latte (4.).

Es folgten immer wieder Rangeleien und Spielunterbrechungen, ehe Chemies Tomas Petracek zweimal die Führung auf dem Fuß hatte (14./19.).

Dann passierte es aber: Flanke von rechts, Petracek mit einer satten Direktabnahme, die Wenzel nur abprallen konnte. Dort stand Florian Schmidt allein und trifft zum durchaus verdienten 1:0 für die BSG (29.).

Chemie machte hinten gegen den Aufstiegskandidaten gut zu, nur ein Weitschuss von Aykut Soyak versprühte ein wenig Gefahr (44.).

Lok spielbestimmend, aber Chemie legt noch einen nach

Florian Schmidt traf einer knappen halben Stunde zur verdienten Führung für Gastgeber Chemie.
Florian Schmidt traf einer knappen halben Stunde zur verdienten Führung für Gastgeber Chemie.  © Picture Point/Gabor Krieg

Lisiewicz und Joppe scheinen ihrer Truppe in der Kabine ordentlich Feuer im Kessel gemacht zu haben, denn die Probstheidaer waren im zweiten Durchgang deutlich verbessert.

Zunächst hatte aber wieder der auffällige Petracek eine gute Gelegenheit, im Zweikampf im Strafraum blieb Robert Zickert weg, um keinen Elfer zu verschulden. Aus spitzem Winkel konnte der Tscheche aber Wenzel nicht überwinden (50.).

Loks bis dato beste Ausgleichschance gab es in der nächsten Szene, als Matthias Steinborn an Bellots Tor vorbeiköpfte (51.). Der Keeper war auch eine Minute später gefordert, boxte eine gefährliche Berger-Flanke weg (52.).

Dann wurde es wild. Erst hatte der eingewechselte Stephané Mvibudulu den Ausgleich auf dem Fuß, schoss Bellot aber unplatziert an (72.). Und dann wurde der AKS zum Tollhaus.

Denn Daniel Heinze jagte die Kugel in der 78. Minute unhaltbar für Wenzel zum 2:0 in die Maschen.

Joker Max Keßler hatte sogar in der Nachspielzeit noch die Chance aufs 3:0, scheiterte aber an Wenzel (90.+1).

Es sollte am Ende reichen. Chemie feierte im prestigeträchtigen Derby den zweiten Saisonsieg, ließ wichtige drei Punkte daheim und kletterte auf Platz elf. Lok hingegen kassierte die erste Niederlage der Saison, ist jetzt drei Zähler hinter den Spitzenreitern Hertha BSC II und VSG Altglienicke.

Grenzenloser Jubel bei Chemie Leipzig nach dem Führungstor von Florian Schmidt.
Grenzenloser Jubel bei Chemie Leipzig nach dem Führungstor von Florian Schmidt.  © Picture Point/Gabor Krieg
Hier war dann alles klar: Das 2:0 von Daniel Heinze (r.) wird gefeiert wie der Aufstieg.
Hier war dann alles klar: Das 2:0 von Daniel Heinze (r.) wird gefeiert wie der Aufstieg.  © Picture Point/Gabor Krieg
Der Gästeblock blieb im Alfred-Kunze-Sportpark leer. Das war im Sachsenpokal-Viertelfinale im Dezember auch schon der Fall.
Der Gästeblock blieb im Alfred-Kunze-Sportpark leer. Das war im Sachsenpokal-Viertelfinale im Dezember auch schon der Fall.  © Picture Point/Gabor Krieg
Nach dem Ende des Public Viewings machten sich die enttäuschten Lok-Fans friedlich auf den Nachhauseweg.
Nach dem Ende des Public Viewings machten sich die enttäuschten Lok-Fans friedlich auf den Nachhauseweg.  © Anke Brod

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