Lok Leipzig hatte bei bitterer Derby-Pleite bei Chemie "Scheiße am Fuß"

Leipzig - "Absolut verdient" war Chemie Leipzigs Regionalliga-Coup im Stadtderby gegen Lok Leipzig - da waren sich beide Lager nach dem Spiel einig. Tabellarisch war der Sieg vor allem für Aufsteiger BSG enorm wichtig, während der FCL den Anschluss an die Tabellenspitze verlor.

Mit dem heimischen Fans ließ sich der Derbysieg für Chemie Leipzig noch besser feiern.
Mit dem heimischen Fans ließ sich der Derbysieg für Chemie Leipzig noch besser feiern.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Mir fehlen noch ein wenig die Worte", sagte Chemies Torschütze zum 2:0-Endstand, Daniel Heinze. "Irgendwann waren wir mal dran." Ganze acht Jahre dauerte die grün-weiße Durststrecke, ehe am Sonntag wieder gejubelt werden durfte. Und das auch noch vor 4500 Fans im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark.

"Ich hatte vorher schon gesagt, dass die Voraussetzung eigentlich die beste war, da Lok mehr Favorit war, als in den vergangenen Jahren. Das war unsere Chance - und die haben wir genutzt", so der 31-Jährige, dessen erstes Saisontor in der 78. Minute Loks endgültiger Genickbruch war.

Heinze widmete den Treffer seinem Vater, sagte in die MDR-Kamera: "Ich hab meinem Papa ein Tor versprochen, das war für dich!"

Loks Kapitän Robert Zickert mutmaßt, dass sich seine Teamkollegen möglicherweise haben beeindrucken lassen. Nicht nur vom lautstarken heimischen Publikum, auch von den fehlenden eigenen Fans im Rücken. "Wir brauchen uns nicht darüber unterhalten, dass Fans ins Stadion gehören und nicht ausgeschlossen werden - gerade bei diesem Derby. Aber ich verbrenne mir jetzt die Zunge, wenn ich da noch weitersprechen würde, deswegen lasse ich das lieber sein."

Joppe: "Es tut weh, dass wir hier verloren haben!"

Ein konsternierter Lok-Teammanager saß nach Abpfiff auf seiner Trainerbank. Björn Joppe: "Es tut weh, dass wir hier verloren haben!"
Ein konsternierter Lok-Teammanager saß nach Abpfiff auf seiner Trainerbank. Björn Joppe: "Es tut weh, dass wir hier verloren haben!"  © Picture Point/Gabor Krieg

Bis zum 11. Spieltag konnte der FCL seine ungeschlagene Serie halten und unter anderem die Top-Teams Hertha BSC II, Wacker Nordhausen und Absteiger Energie Cottbus geschlagen.

Die erste Saisonniederlage im Leipziger Westen bezeichnete auch Loks Teammanager Björn Joppe als "absolut verdient. Wir haben heute die berühmte Scheiße am Fuß gehabt, bei uns hat nichts geklappt, die einfachsten Dinger sind uns vom Fuß gesprungen. Wir wussten aber, dass es hier schwierig wird auf dem tiefen Boden."

Für Überraschung sorgte Chemies Übungsleiter vor allem mit dem neuen 4-4-2-System. "Es war unsere Absicht, die zu überraschen", sagte Miraslav Jagatic. "Wir wissen ganz genau, welchen super Offensivfußball Lok in dieser Saison spielt. Heute wollten wir den Sieg und den haben wir auch erzwungen."

Die Pleite in Leutzsch "tut weh. Das bringt uns aber nicht um, es macht uns nur stärker. Und nächste Woche geht's weiter", so Joppe. Dann steht das erste Sachsenpokal-Duell der Saison an, es geht am Samstag (14 Uhr) nach Auerbach ins Vogtland. 24 Stunden ist Chemie Leipzig beim freiwilligen Landesliga-Absteiger Budissa Bautzen gefordert.

Das Tor ins Glück: Daniel Heinze (nicht im Bild) setzte den Ball nach Keßler-Vorlage wunderbar in die linke obere Torecke. Lok-Keeper Lukas Wenzel hatte gegen den platzierten Schuss keine Abwehrchance.
Das Tor ins Glück: Daniel Heinze (nicht im Bild) setzte den Ball nach Keßler-Vorlage wunderbar in die linke obere Torecke. Lok-Keeper Lukas Wenzel hatte gegen den platzierten Schuss keine Abwehrchance.  © Picture Point/Gabor Krieg
Patrick Wolf und seine Teamkollegen mussten die erste Saisonniederlage erst einmal sacken lassen.
Patrick Wolf und seine Teamkollegen mussten die erste Saisonniederlage erst einmal sacken lassen.  © Picture Point/Gabor Krieg
Das grün-weiße Erinnerungsfoto vorm Fanblock durfte auch nicht fehlen.
Das grün-weiße Erinnerungsfoto vorm Fanblock durfte auch nicht fehlen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Mehr zum Thema Leipzig Regionalsport:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0