20 Grad und Sonne satt: Chemnitzer Kleingärtner eröffnen die Saison

Chemnitz - Wahnsinn, das Wetter am Samstag! Die Frühlingssonne hat das erste, zarte Grün wach geküsst und Fleißige bei sonnigen 20 Grad hinaus in die Gärten gelockt. Mit Elan und Freude wird überall in die neue Saison gestartet. Nur im Landesverband der Kleingärtner ist die Stimmung etwas gedrückt...

Eher mittelgroß: Der Kleingartenverein "Lebensfreude" in Altchemnitz kommt auf 227 Parzellen.
Eher mittelgroß: Der Kleingartenverein "Lebensfreude" in Altchemnitz kommt auf 227 Parzellen.  © Maik Börner

Der Kleingartenverein "Lebensfreude" (Werner-Seelenbinder-Straße 6) badet im Licht der Nachmittagssonne. Mit 227 Gärten ist die Altchemnitzer Sparte eher mittelgroß, auf die meisten - ganze 506 Stück - kommt der Verein "Heimaterde" (An der Riesaer Bahnlinie 50) im Norden der Stadt. Beide haben derzeit noch freie Parzellen, die gemietet werden können.

"Wir nutzen den Garten hauptsächlich für Obst- und Gemüseanbau", sagt Mandy Bollwahn (32). Zusammen mit Mann Marcel und ihren drei Kindern erfreut sie sich seit rund einem Jahr an einer "Lebensfreude"-Parzelle, ist auch jetzt fleißig draußen.

Während sich Mutti Mandy den Beeten widmet, können Lara (10), Leonie (7) und Lara (4) einen Trampolin, Schaukeln und einen Sandkasten nutzen. Und das ist noch längst nicht alles. "Unsere Jüngste hat eine Rutsche bekommen, diese wird bald aufgebaut", so Frau Bollwahn.

Zwei große Trends zeichnen sich seit Jahren ab

Damit der Garten schön aussieht: Mandy Bollwahn (32) und Tochter Lea (10) pflanzen Stiefmütterchen.
Damit der Garten schön aussieht: Mandy Bollwahn (32) und Tochter Lea (10) pflanzen Stiefmütterchen.  © Maik Börner

Ein paar Gartengrundstücke weiter werkelt die stellvertretende "Lebensfreude"-Vereinsvorsitzende. "Rosen sind meine Lieblingspflanzen, sie müssen jetzt verschnitten werden", sagt Sylveli Püschmann (68), ihre Familie engagiert sich in der dritten Generation im Altchemnitzer Kleingartenverein. Sie sorgt sich um dessen Zukunft: "Bald wollen mehrere Leute aus der Vereinsführung aufhören - doch wo bleibt der Nachwuchs?"

Auch Sachsens Kleingärtner-Präsident Peter Paschke (63) stehen die Sorgenfalten auf der Stirn. 1996 gab es 230.000 Kleingärten im Freistaat. Heute sind es nur noch 199.000. Zwei große Trends zeichnen sich seit Jahren ab: Im ländlichen Raum sterben die Sparten.

Allein 2018 waren es 1500 Parzellen und 13 Vereine. In den Großstädten jedoch erfreuen sich die Kleingartenvereine ungebrochener Beliebtheit. Manche Anlage führt sogar eine Warteliste, so begehrt sind die Schollen dort.

Paschke: "Der Druck auf die Sparten ist jedoch enorm. Seitens des Wohnungs- und Straßenbaus gibt es viele Begehrlichkeiten." Er fordert von den Stadtplanern aber Zurückhaltung.

Peter Paschke: "Wir dürfen die Fehler, die in den alten Bundesländern gemacht wurden, nicht wiederholen."

Hier gibt es noch Bienen: Die Insekten sind auch in den Krokussen der "Lebensfreude"-Gärten auf Nektar-Suche.
Hier gibt es noch Bienen: Die Insekten sind auch in den Krokussen der "Lebensfreude"-Gärten auf Nektar-Suche.  © Maik Börner
Frühling heißt vor allem Arbeit: Sylveli Püschmann (68) kümmert sich um ein Salat-Frühbeet.
Frühling heißt vor allem Arbeit: Sylveli Püschmann (68) kümmert sich um ein Salat-Frühbeet.  © Maik Börner

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