SPD empört: Verschläft Chemnitz das 365-Euro-Ticket?

Chemnitz - Zoff zwischen SPD-Fraktion und SPD-Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57): Die Sozialdemokraten äußerten heftige Kritik an der Verwaltung, weil diese sich nicht um eine Förderung des 365-Euro-Tickets im ÖPNV bemühe - wie vom Stadtrat beschlossen. Das Rathaus reagierte prompt: "Der Beschluss wird selbstverständlich umgesetzt."

Streit um den billigen Bus- und Bahnverkehr in Chemnitz: Die SPD wirft dem Rathaus Untätigkeit vor.
Streit um den billigen Bus- und Bahnverkehr in Chemnitz: Die SPD wirft dem Rathaus Untätigkeit vor.  © Uwe Meinhold

Im Oktober hatten die Stadträte für den Klimaschutz beschlossen, dass Chemnitz den Ticketpreis von einem Euro pro Tag für Busse und Bahnen der CVAG prüfen wird. Auf Antrag der SPD sollte sich Chemnitz zudem beim Modellprojekt der Bundesregierung bewerben.

Das Bundesverkehrsministerium fördert künftig zehn Kommunen bei der Umsetzung von 365-Euro-Tickets mit Millionen-Zuschüssen.

Seit diesem Beschluss ist nichts passiert, klagt SPD-Stadtrat Jörg Vieweg (48). "Wir wollen, dass möglichst viele Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Jetzt verschläft die Stadt das Projekt. Andere Städte wie Dresden oder Zwickau sind deutlich schneller und haben ihre Bewerbungen schon abgegeben." Gegen diesen Vorwurf protestierte Barbara Ludwig nun schriftlich: "Die Stadt wird sich als ÖPNV-Modellregion bewerben. Diese Chance werden wir uns nicht entgehen lassen."

Unterdessen gehen andere Städte wie Augsburg noch einen Schritt weiter, bieten teilweise kostenlosen Busverkehr an. Ein Ziel, das auch Chemnitz erreichen möchte.

Susanne Schaper (41, Linke): "Über das 365-Euro-Ticket bauen wir die Brücke zum kostenlosen Nahverkehr."

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD) wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD) wehrt sich gegen die Vorwürfe.  © Uwe Meinhold
Er fordert Vollgas von der Verwaltung bei der Förderung des 365-Euro-Tickets: Jörg Vieweg (48, SPD).
Er fordert Vollgas von der Verwaltung bei der Förderung des 365-Euro-Tickets: Jörg Vieweg (48, SPD).  © Maik Börner

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