Schüsse, Kommandos, Uniformierte: Was passiert hinter diesem Zaun in Chemnitz?

Chemnitz - Großes Rätselraten im Chemnitzer Stadtteil Adelsberg. Seit geraumer Zeit versperrt ein mysteriöser, schwarzer Zaun mit Stacheldraht einen Fußweg an der ehemaligen Schule in der Walter-Janka-Straße. Was sich auf dem eingezäunten Gelände abspielt, wusste bislang niemand. Die Stadt lässt Anwohner und Stadträte im Dunkeln tappen.

Dieser massive Zaun wirft in Adelsberg viele Fragen auf.
Dieser massive Zaun wirft in Adelsberg viele Fragen auf.  © Sven Gleisberg

Der asphaltierte Fußweg parallel zur alten Schule war eine beliebte Abkürzung. Einheimische nutzten ihn, um schnell von der Zschopauer Straße in den Dorflage Adelsberg zu gelangen - oder umgekehrt.

Jetzt verhindert ein über zwei Meter hoher, blickdichter Zaun jegliches Durchkommen. "In der zweiten Oktoberhälfte wurde er aufgestellt", sagt Regine Kühnel (70). Mit ihrem Mann ist sie hier oft spazieren gegangen. "Eine Sperrung ist nicht ausgewiesen und ein Hinweisschild fehlt. Jeder fragt sich, was sich hinter dem Zaun verbirgt."

Peter Klitzsch (73) wohnt nur 200 Meter vom Gelände entfernt. "Ich schaue da natürlich genau hin. Meistens Freitagvormittag wird es laut. Schüsse, Kommandos und uniformierte Herren konnte ich beobachten."

Adelsberg: Anwohner beunruhigt

Anwohner Ulrich Kühnel (70) will es genau wissen und misst eine Zaunhöhe von über zwei Metern.
Anwohner Ulrich Kühnel (70) will es genau wissen und misst eine Zaunhöhe von über zwei Metern.  © Sven Gleisberg

Auch Stadtrat Andreas Wolf-Kather (43, Vosi) wollte mehr über den ominösen Zaun wissen. Doch die Stadt ließ ihn abblitzen. "Die eingezäunte Immobilie gehört dem Freistaat Sachsen. Die Nutzungsabsichten sind nicht bekannt", teilte Baubürgermeister Michael Stötzer (47) mit. "Diese Geheimhaltung finde ich nicht gut. Das verunsichert Anwohner", sagt Wolf-Kather. Anwohner Peter Klitzsch stimmt zu: "Natürlich, man macht sich seine Gedanken."

Licht ins Dunkel bringt die Chemnitzer Polizei. "Die Polizei nutzt das Objekt als Trainingsstätte für die Bewältigung von Amoklagen", so Sprecher Andrzej Rydzik (34). Wegen Sachbeschädigungen habe man das Gebäude eingezäunt.

Es werde keinesfalls mit scharfer Munition, nur mit FX-Waffen (Markierungsmunition) geschossen. Die Übungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Ärgerlich: Der eingezäunte Bereich lässt einen beliebten Fußweg zum Teil verschwinden.
Ärgerlich: Der eingezäunte Bereich lässt einen beliebten Fußweg zum Teil verschwinden.  © Sven Gleisberg

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0