Die teuerste Baustelle der Stadt: Halbzeit in der Aktienspinnerei

Sachsens Finanzminister Georg Unland (63, CDU) machte sich beim Rundgang ein 
Bild von der Baustelle.
Sachsens Finanzminister Georg Unland (63, CDU) machte sich beim Rundgang ein Bild von der Baustelle.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Halbzeit in der Aktienspinnerei: Die aktuell größte und mit rund 50 Millionen Euro Sanierungskosten auch teuerste Baustelle der Stadt kommt voran. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Statik und einem verschobenen Fertigstellungstermin ist die Übergabe der neuen Uni-Bibliothek für den Sommer 2019 geplant.

„Es ist eine außergewöhnliche Baustelle“, sagt Finanzminister Georg Unland (63, CDU). „Die vier Standorte der TU Chemnitz sollen in der alten Aktienspinnerei einen zentralen Standort für die Bibliothek bekommen.“ 20.000 Tonnen Abbruchmaterial wurden aus dem Gebäude geschafft. „6500 Tonnen händisch, weil es die Bausubstanz nicht anders zuließ.“

Die 12.000 Quadratmeter spätere Nutzfläche wird mit 700 Arbeitsplätzen für Studenten ausgestattet. „1,5 Millionen Bücher finden hier Platz.“

Aktuell werden rund 330 Fenster eingebaut.
Aktuell werden rund 330 Fenster eingebaut.  © Uwe Meinhold

Der extrem schlechte Baugrund sei der Grund, weshalb sich die Fertigstellung der Bibliothek verzögert. Baubeginn war im Juni 2015. „Mein Herz schlägt ein bisschen höher, wenn ich hier durch das Gebäude gehe und sehe, was unsere Vorfahren geschaffen haben“, sagt Unland bei der Baustellenbegehung.

Wenn alles fertig ist, dann wird die Zentralbibliothek rund um die Uhr geöffnet sein. „Es wird eine 24/7 Bibliothek“, sagt Kerstin Reinhard, Sachgebietsleiterin beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). „Aktuell läuft der Einbau der rund 330 Fenster. 15 verschiedene Fensterarten werden hier verbaut, jedes ist rund 340 Kilo schwer.“ Neben dem Haupteingang bekommt die alte Aktienspinnerei noch einen Nebeneingang zur Straße der Nationen. „Außerdem gibt es einen großen Lesesaal, eine Galerie und im Außenbereich auch einen Lesegarten, in dem studiert werden kann.“

Und die Beleuchtung kommt nicht nur von den Deckenlampen. „Eine Besonderheit ist das Oberlicht. Es lässt Tageslicht herein und durch spezielle Beleuchtung wird dieses auch in der Nacht imitiert.“


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