Saftige Strafe für Hartz-IV-Empfänger: Telefonterror aus Liebeskummer

Chemnitz - Notrufmissbrauch kann teuer werden! Ob Tankstellenbombe oder Babyleiche - achtmal innerhalb einer Stunde machte Enrico Z. (46) Falschmeldungen bei der Rettungsleitstelle in Chemnitz. Am Mittwoch musste er sich wegen Missbrauchs von Notrufen vor dem Amtsgericht verantworten.

Dauerklingler Enrico Z. (46) erschien ohne Rechtsbeistand im Amtsgericht
Dauerklingler Enrico Z. (46) erschien ohne Rechtsbeistand im Amtsgericht  © Harry Härtel/Haertelpress

Am Abend des 2. Februar wählte der Angeklagte achtmal den Notruf, meldete ein Drama nach dem anderen: Erst lag eine Babyleiche im Müllsack, dann drohte eine Bombenexplosion an der Tankstelle. Die Katastrophen nahmen kein Ende: Wohnungsbrände, Schüsse und eine tote Frau nach einem Herzinfarkt. Alles erfunden!

Vor Gericht sagte der Hartz-IV-Empfänger, er sei in Sorge um seine Geliebte gewesen: "Meine Freundin ist verschwunden und die Polizei hat sich über mich lustig gemacht." Er werde von der Stadt Chemnitz diskriminiert. Zum Tatzeitpunkt habe er zwölf Stunden Alkohol getrunken.

Die Ausreden halfen nicht. "Das Notruftelefon ist keine Telefonseelsorge. Die Leitungen müssen freigehalten werden", sagte der Richter. Urteil: 1050 Euro Strafe, abzuzahlen in 70 Tagessätzen zu je 15 Euro.


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