Falsche Steuererklärung: Prozess gegen einen Baron

Chemnitz - Baron Hubertus von W. (48) ist eine schillernde Persönlichkeit. Am Mittwoch holte ihn der knallharte Alltag ein: Weil er Steuern hinterzogen haben soll, musste er vors Chemnitzer Amtsgericht.

Baron Hubertus von W. (48) lebt mittlerweile in Innsbruck (Österreich), musste gestern vors Amtsgericht Chemnitz.
Baron Hubertus von W. (48) lebt mittlerweile in Innsbruck (Österreich), musste gestern vors Amtsgericht Chemnitz.  © Haertelpress

Auf Fotos zeigt sich der Adlige eines Thüringer Geschlechts gern mit Oldtimern, auch Vorträge auf Kongressen wie "Neue Hoffnung für Erde und Menschheit" sind verzeichnet. Im Alltag war der Baron Chef einer Firma, die mit Sitz in der Slowakei ihr Geld durch den Handel mit gebrauchter Lager- und Fördertechnik verdiente.

Und dort wurde das Finanzamt stutzig: Arbeitete der Angeklagte an der Steuer vorbei? Der Vorwurf: Das Geschäft soll nur zum Schein in der Slowakei angemeldet worden sein, die hauptsächlichen Deals liefen von Deutschland aus. Doch hier zahlte der Mann laut Anklage keine Steuern - es kam zu Ermittlungen, später zu einer Wohnungsdurchsuchung. Auch eine Wohnung in der Slowakei wurde auf den Kopf gestellt.

Im Raum steht ein Schaden von rund 550.000 Euro, die zwischen 2007 und 2013 unterschlagen worden sein sollen.

Mit den Worten: "So ein Quatsch!", kommentierte Baron Hubertus von W. die Ausführungen einer Finanzbeamtin, ansonsten verweigerte er gestern die Aussage. Der Prozess wird fortgesetzt, dem Baron drohen bis zu vier Jahre Haft.

Titelfoto: Haertelpress

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