Reaktionen zum Merkel-Besuch: "Die Zeit für Betroffenheits-Besuche ist vorbei"

Chemnitz - Am Rande des Merkel-Besuchs gab es Kritik am Zeitpunkt. Hauptvorwurf: Sie ist einfach zu spät in der krisengeschüttelten Stadt.

IHK-Chef Hans-Joachim Wunderlich (63) begrüßt den späten Merkel-Besuch.
IHK-Chef Hans-Joachim Wunderlich (63) begrüßt den späten Merkel-Besuch.  © Sven Gleisberg

Am Rande des Merkel-Besuchs gab es Kritik am Zeitpunkt. Hauptvorwurf: Sie ist einfach zu spät in der krisengeschüttelten Stadt. Pedro Montero ist der Vorsitzende des Chemnitzer Migrationsbeirats: "Ich weiß nicht, was die Kanzlerin mit ihrem Besuch bezwecken möchte. Ich persönlich denke auch, dass es etwas zu spät ist. Ich weiß nicht, warum sie jetzt kommt."

Eine Einladung zum Bürgerdialog Anfang Oktober durch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (56, SPD) hatte das Kanzleramt ignoriert. Auch Ludwig hatte den späten Zeitpunkt kritisiert: "Ich hatte gehofft, dass die Kanzlerin sich rasch ein eigenes Bild machen würde."

Auch Frank Müller, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes Kreatives Chemnitz, ist sauer: "Aus meiner Sicht ist die beste Zeit für Betroffenheits-Besuche leider schon vorbei." Hans-Joachim Wunderlich (63), Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), meinte hingegen: "Für einen Besuch in Chemnitz ist es nie zu spät."

Unterstützung bekommt Merkel auch vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (43, CDU): "Es ist nie zu spät, um zu sprechen. Außerdem gibt es jetzt auch wieder neue Themen wie den UN-Migrationspakt. Deswegen ist es richtig, dass die Kanzlerin kommt."

Angela Merkel am Freitag bei ihrem Besuch in Chemnitz.
Angela Merkel am Freitag bei ihrem Besuch in Chemnitz.  © DPA

Mehr zum Thema Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0