Merkel-Besuch in Chemnitz: Hass und Häme auf der Straße

Chemnitz - Großdemo gegen den Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU). Rund 2 000 Protestierer johlten, pfiffen und grölten "Merkel muss weg" bei einer Veranstaltung von Pro Chemnitz, Pegida Chemnitz-Westsachsen und der rechtsextremen "Merkel-Jugend" in der Hartmannstraße.

Etwa 2 000 Demonstranten protestierten mit Pro Chemnitz gegen den Besuch der Bundeskanzlerin.
Etwa 2 000 Demonstranten protestierten mit Pro Chemnitz gegen den Besuch der Bundeskanzlerin.  © Maik Börner

Während die Kanzlerin in der Hartmannfabrik mit Bürgern diskutierte (TAG24 berichtete), kübelten Redner der Demo Hass und Häme über der Politikerin aus. Ein Teilnehmer aus Cottbus nannte ihre Migrationspolitik "gemeingefährlich", eine Frau sprach von "Ausrottung der Deutschen".

Rechtsextremist Sven Liebich aus Halle war mit 200 Teilnehmern der "Merkel-Jugend" vom Bahnhof in die Hartmannstraße marschiert. Dort stellte er sich auf vier Euro-Paletten und schrie: "Wir erleben eine Versklavung des Volkes. Auch in Chemnitz. Deshalb muss nicht nur Merkel weg, sondern auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig."

Eine Rednerin aus Tschechien nannte die Politik Merkels "rassistisch" und die Kanzlerin "eine Nachfolgerin Hitlers".

Hundertschaften der Polizei aus Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie ein Hubschrauber sicherten die Demo ab. Am Bahnhof stellten die Beamten kistenweise Kleidung der "Merkel-Jugend" sicher - Verdacht der Beleidigung.

Wegen der Demos wurden Busse umgeleitet, die Hartmannstraße war voll gesperrt. Für Einzelhändler dort ein schwerer Schlag. Charles Ahlefeld (67, Bekleidung) stöhnte: "Bei jeder Freitagsdemo bleiben Kunden aus. Heute konnten wir's ganz vergessen."

Rund 200 Teilnehmer der rechts-satirischen "Merkel-Jugend" zogen durch Chemnitz.
Rund 200 Teilnehmer der rechts-satirischen "Merkel-Jugend" zogen durch Chemnitz.  © Peter Zschage

Titelfoto: Peter Zschage


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