Nach Demo-Randale vorm "Schalom": Ministerin will jetzt jüdischem Wirt helfen

Chemnitz - Uwe Dziuballa (53) war vor gut zwei Wochen Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (60, SPD) besuchte am Mittwoch sein Chemnitzer Restaurant "Schalom". Der Gastronom fordert mehr Einsatz von der Politik.

In einem Gespräch forderte "Schalom"-Chef Dziuballa mehr Einsatz von der Politik. Petra Köpping versprach mehr Unterstützung.
In einem Gespräch forderte "Schalom"-Chef Dziuballa mehr Einsatz von der Politik. Petra Köpping versprach mehr Unterstützung.  © Uwe Meinhold

Das kleine Lokal am Brühl ist voll mit Journalisten. Dziuballa trägt Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung männlicher Juden. "Seit den Vorfällen gehe ich mit der Kippa nicht mehr so locker um. Das ist nicht gut", sagt Dziuballa. Politiker sagten ständig, die Menschen müssten mehr Gesicht zeigen.

"Ich würde mir wünschen, dass nicht nur die Bürger, sondern auch mal die politisch Verantwortlichen Gesicht zeigen", forderte der Wirt. Köpping kündigte für kommendes Jahr im Rahmen des Programms "Weltoffenes Sachsen" eine Kampagne gegen Antisemitismus an. Außerdem wolle sie Dziuballa bei Projekten seines Vereins "Schalom e.V." unterstützen. "Wir müssen die stärken, die für Demokratie einstehen", sagte die Ministerin.

Im Zusammenhang mit den Demos am 27. August attackierten vermummte Personen - vermutlich Nazis - das Restaurant mit Steinen, Flaschen und Eisenstangen. Sie sollen "Judensau, hau ab aus Deutschland!" gerufen haben. Eine Scheibe ging zu Bruch, Dziuballa wurde an der Schulter verletzt. Die Ermittlungen laufen.

Nach einem antisemitischen Angriff besuchte die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (60, SPD) den "Schalom"-Chef Uwe Dziuballa (53).
Nach einem antisemitischen Angriff besuchte die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (60, SPD) den "Schalom"-Chef Uwe Dziuballa (53).  © Uwe Meinhold

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0