Was ist hier los? Auf diesem Bahnhof klaut die Polizei

Der "Dieb" tanzt sein Opfer an und überreicht seiner Komplizin die Beute.
Der "Dieb" tanzt sein Opfer an und überreicht seiner Komplizin die Beute.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Unter dem Motto "Sei schlauer als die Klauer" zeigte die Bundespolizei im Hauptbahnhof die fiesen Tricks der Taschendiebe.

Die schlechte Nachricht: "Gegen geübte Diebe gibt es keinen hundertprozentigen Schutz", weiß Hauptmeister Jens Damrau (54).

Der Bundespolizist reist seit zehn Jahren mit seinem Präventionsteam durch Bahnhöfe und zeigt, wie leicht das Klauen ist. So auch in Chemnitz. Der Meisterdieb tanzt einen Kollegen an - schwupps ist die Brieftasche weg. Er lenkt mit einem Komplizen eine Kollegin ab - schon sind Handy und Rollkoffer über alle Berge.

Taschen- oder Gepäckdiebstahl, ein Riesenthema, weiß Bundespolizeisprecherin Anett Bochmann (34). "2016 hatten wir im Revier 33 Fälle."

Bundesweit liegt der Diebstahlsschaden im Bahnumfeld bei 50 Millionen Euro.

Deshalb wird Jens Damrau nicht müde zu warnen. "Diebe arbeiten oft arbeitsteilig, beobachten ihre Opfer und warten auf die eine Sekunde, um zuzuschlagen."

Der Polizist nennt die größten Fehler der Opfer: "Viele glauben, dass ihnen nichts passiert. Viele glauben, dass sie immer aufpassen. Und natürlich Portmonee oder Handy in der Gesäßtasche. Einfacher geht‘s nicht."

Gestellte Szene am Fahrplan: Bundespolizisten in Zivil stellten einen 
Taschendiebstahl nach.
Gestellte Szene am Fahrplan: Bundespolizisten in Zivil stellten einen Taschendiebstahl nach.  © Uwe Meinhold
Da war Redakteur Bernd Rippert (56) überrascht. Polizeihauptmeister Jens 
Damrau (54) griff unbemerkt in seine Tasche.
Da war Redakteur Bernd Rippert (56) überrascht. Polizeihauptmeister Jens Damrau (54) griff unbemerkt in seine Tasche.  © Uwe Meinhold

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