Wegen Chemnitz-Debatte: Kunstsammlungen ziehen politische Ausstellung vor

Chemnitz - Kritische Kunst: Wegen der Vorkommnisse in den vergangenen Wochen ziehen die Kunstsammlungen eine Ausstellung des Dresdner Künstlers Mario Pfeifer vor. Damit soll ein politischer Dialog gestartet werden.

Bis zum 6. Januar ist die Video-Installation "Again/Noch einmal" von Mario Pfeifer in den Kunstsammlungen erstmals in einer Ausstellung zu sehen.
Bis zum 6. Januar ist die Video-Installation "Again/Noch einmal" von Mario Pfeifer in den Kunstsammlungen erstmals in einer Ausstellung zu sehen.  © Peter Zschage

"Wir müssen als Museum auf diese Ereignisse reagieren und mit Kunst die Diskussion anregen", erklärt Museums-Chef Frédéric Bußmann (44). "Die Ausstellung zeigt Themen, welche die Bürger bewegen. So soll ein Dialog entstehen und damit die Zivilgesellschaft stärken."

In der 42-minütigen Video-Installation "Again/Noch einmal" sprechen zehn Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen zu einem Vorfall in Arnsdorf: Vier deutsche Männer hatten 2016 einen Flüchtling nach einem Streit im Supermarkt an einen Baum gefesselt. "Dabei geht es um die fließenden Grenzen von Zivilcourage und Selbstjustiz", erklärt der Künstler. Außerdem wird die neunstündige Videoarbeit "Über Angst und Bildung" gezeigt, in der neun Personen über die Situation in Sachsen seit 2016 sprechen. Ausgangspunkt sind die PEGIDA-Demonstrationen.

Die Ausstellung eröffnet am Dienstag um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Titelfoto: Peter Zschage


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